DE
Have any Questions? +01 123 444 555

Ist das Wort "Indianer" rassistisch?

„Political correctness“ ist wichtig und auch richtig! Es ist an der Zeit mit verletzenden Bezeichnungen aufzuräumen und allen Völkern und Kulturen mit Respekt zu begegnen. Doch ab wann gilt ein Begriff als rassistisch bzw. beleidigend und wer hat das zu entscheiden? Oft wird diese Entscheidung einfach getroffen, ohne die jeweiligen Volksgruppen nach ihrer eigenen Meinung zu fragen. Es wird für sie oder über sie hinweg entschieden, doch die Frage bleibt, ob dies der korrekte Weg - oder einfach nur eine Form der Bevormundung ist.
Wir werden oft gefragt, warum wir den Begriff „Indianer“ verwenden - er wäre doch rassistisch. Etwas, das wir früher tatsächlich auch so geglaubt haben, aber in Kontakt mit Natives/First Nations bezeichneten diese sich selbst stets als „Indians“ bzw. „American Indian“. Sie tragen T-Shirts, Caps und Ringe auf denen „Indians“ steht. Darauf angesprochen kam oft, dass sie erstmal „Lakota“ „Menominee“ „Cheyenne“ „Ojibwe“ sind, aber das für sie der Begriff „Indians“ keine Beleidung ist, sondern ein Teil ihrer Identität.
Auch indigene Gruppen, die sich für die Rechte der Natives stark machen, bezeichnen sich oft selbst so, beispielsweise das „American Indian Movement“ bekannt durch seine Besetzung am Wounded Knee in den 70er Jahren.
Mittlerweile gibt es sogar die Vereinigung „National Advisory Council on Indian Education – OIE (NACIE)“, die sich für die Bildung indigener Kinder einsetzen.

Was für diese Menschen viel wichtiger ist, ist der respektvolle Umgang mit ihrer Kultur, weg vom Klischee, welches in Deutschland so weit verbreitet ist, dass es keinen Bezug zur Realität mehr hat. So werden in Kanada beispielsweise keine Indianer-Faschingskostüme mehr verkauft, weil diese nicht die wirkliche Kultur der Natives darstellen und auch von den Natives kritisiert werden. Hierbei geht es ihnen vor allem darum, dass ihre Kultur kein Kostüm dastellt: „My culture is not a costume“. Auch die so beliebte Darstellung von „Indianerkindern“ - mit Feder im Haar, in einem Tipidorf, in dessen Mitte ein Totempfahl steht - wird von Natives oft kritisiert, da es ein unauthentischer Mischmasch von ganz unterschiedlichen Kulturen ist. Hier in Deutschland entspricht dieses Bild jedoch dem Stereotyp und wird dadurch oft als „authentisch“ empfunden.
Political Correctness beginnt unserer Meinung nach nicht nur bei Begrifflichkeiten, sondern bei einem respektvollen Umgang mit diesen Kulturen und dazu gehört, dass man diese Kultur selbst nach ihrer eigenen Meinung fragt und diese auch akzeptiert und nicht bevormundet.
Wenn jemand sich wirklich für die Rechte der Indianer/Indigenen/Natives/First Nations einsetzen will, dann gibt es definitiv wichtigere Themen:
- Leonard Peltier, ein indigener politischer Gefangener, welcher seit 40 Jahren unschuldig im Gefängnis sitzt (nachzulesen in „Ein Leben für die Freiheit“)
- Die Gewalt und Ermordung indigener Frauen in den USA und Kanada, deren Fälle nicht aufgeklärt werden (nachzulesen im Buch „Highway der Tränen“)
- Die jetzige Situation der Natives auf den Reservationen beispielsweise auf Pine Ridge:
o Mehr Informationen unter: https://www.lakota-indianer.com/heutige-situation
- Der Bau der Dakota Access Pipeline: https://www.gfbv.ch/.../gruenes-licht-fuer-dakota-access.../
o https://www.gfbv.ch/.../no-business-without-human-rights/
Gerne kann man sich auch Informationen über die "Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte" holen oder über unsere Homepage (unter "Soziale Projekte"). Bei den Organisationen, welche wir auf unserer Homepage vorstellen, könnt ihr euch auch sicher sein, dass Spenden ankommen. Wir arbeiten eng mit diesen Organisationen zusammen und spenden regelmäßig an sie.

Zurück

© 2021 Traumfänger Verlag GmbH & Co Buchhandels KG

Einstellungen gespeichert

Es werden notwendige Cookies geladen. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und unserem Impressum.

You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly. Close