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Ulrich Wißmann

Skalpjagd, ein Navaho-Cop bei den Sioux

8
1
9,90

Der erste Fall des Navaho Cops Frank Begay: In der Wildnis der Rocky Mountains werden mehrere skalpierte Leichen gefunden; Taschenbuch, 200 Seiten

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Skalpjagd, ein Navaho-Cop bei den Sioux

In der Wildnis der Rocky Mountains werden mehrere skalpierte Leichen gefunden. Polizei und FBI tappen im Dunkeln, bis Officer Frank Begay, Ermittler und Fährtenleser der Navaho-Stammespolizei, hinzugezogen wird. Tatsächlich findet Begay zusammen mit seiner attraktiven FBI-Kollegin Susan Kaufman Spuren, die den möglichen Täterkreis immer weiter einengen. So war einer der Toten an einem groß angelegten Betrug an Indianerstämmen beteiligt. Liegt hier das Motiv? Aber vieles an dem Fall erscheint Begay zunehmend mysteriös. So wurde offenbar eine totale Pressezensur verhängt. Warum? Und warum hat man ausgerechnet ihn und nicht einen Spurenleser der benachbarten Stämme angefordert? Wahrscheinlich um Kontakte zum möglichen Täterkreis auszuschließen. Schließlich führen alle Spuren auf ein Indianerreservat der Oglala-Lakota. Begay taucht ein in die Welt aus Armut und Verbitterung über erlittenes Unrecht, aber er begegnet auch dem immer noch vorhandenen kulturellen Reichtum und dem unbeugsamen Geist der Lakota. Er kommt dem Täter immer näher und gerät dabei selbst in Todesgefahr. Aber diese Gefahr kommt aus ganz anderer Richtung als erwartet....

Rezension im Amerindian Research Heft 1/2021

Ein indigener Polizist aus dem großen Reservat des Navaho-Volkes wird zur Mitarbeit bei einem Einsatz des FBI herangezogen. Es stellt sich heraus, dass Indigene bis hin zur Tötung von "weißen" Büffeljägern sich explizit dagegen wehren, dass aus dem Yellowstone-Nationalpark abgewanderte Bisons zum Abschuss freigegeben werden. Naturschützer und die indigene Bevölkerung versuchen so mit allen, auch illegalen Mittlen zu verhindern, dass noch mehr von ihrer Identität, ihrer Geschichte und ihrer heutigen Lebensweise der Entwicklung zugunsten der gesellschaftlichen Modernisierung in den USA seitens der Politik und Geldwirtschaft zum Opfer fällt. Sie sind schon in den letzten Jahrhunderten um entscheidende Grundlagen ihrer ursprünglichen Wirtschaftsweise und Kultur gebracht worden und leben unter äußerst schwierigen Bedingungen in Reservaten.

Der Autor, Kulturanthropologe mit den nordamerikanischen Indigenen als Schwerpunkt seiner Studien, hat es verstanden, in diesem Roman Glauben und Denken sowie die Beweggründe einzelner indigener Kämpfer bis ins Detail verständlich zu machen sowie ihre Rituale zu beschreiben. Wie betont wird, ist die konkrete Handlung, sind die handelnden Personen frei erfunden. Aber die Einzelheiten von Lebensweise und Kultur besonders der Lakota verdeutlichen die heutige Situation. So hat die Darstellung der Auseinandersetzung zwischen den "Weißen" und Indigenen, der sozialen Konflikte nichts an äußerster Aktualität verloren. Offensichtlich hat das Leser- echo zur ersten Auflage vor zehn Jahren dazu geführt, dass nun eine zweite im Angebot ist. Möge auch sie viele interessierte Leser animieren, noch intensiver auf die gegenwärtige Indigenenpolitik der USA zu achten. UTS

 

 

Rezension „Skalpjagd, ein Navaho Cop bei den Sioux“ von Ulrich Wißmann im Magazin für Amerikanistik 4/2010

Gute Indianerromane sind in Deutschland selten, eigentlich nicht existent. Auch Übersetzungen aus dem Englischen sind seit dem Tod von Tony Hillerman rar geworden. Ulrich Wissmann, der durch viele Reisen in Nordamerika ein hervorragender Kenner der Reservationen ist, hat es geschafft, einen guten Indianerroman zu schreiben. Dafür gebührt ihm aller Respekt. Sachlicher Hintergrund seiner Geschichte ist, dass in der Tat seit vielen Jahren – vor allen in den Wintermonaten- Bisons aus dem Yellowstone Park die Grenzen des Naturschutzgebiets verlasen und ins Farmland wandern. Für die außerhalb des Parks lebenden Viehzüchter wird dies zum Ärgernis, weil sie die Übertragung von Krankheiten auf ihr Nutzvieh befürchten. Diese Sorge ist nach Ansicht vieler Experten völlig unbegründet. Gleichwohl verlangt die Lobby der Viehzüchter den Abschuss der umherstreifenden Bisons. Dagegen laufen Tierschützer in den USA seit langem Sturm. (Wir haben im MAGAZIN FÜR AMERIKANISTIK mehrfach darüber berichtet.)Diese Vorgänge sind die Basis für die spannende Kriminalgeschichte, mit der Wißmann den Leser fesselt. In der Wildnis der Rocky Mountains werden mehrere skalpierte Leichen gefunden. Die lokale Polizei und auch das FBI tappen im Dunkeln. Schließlich wird ein indianischer Polizist hinzugezogen, der Navajo-Beamte Frank Begay. Alle Spuren, denen er folgt, führen in die nahe gelegene Indianerreservation, und eines schein klar – die Opfer stehen im Zusammenhang mit den Abschüssen der freien Bisons. Der Roman ist spannend konzipiert und mit viel Lokalkenntnis geschrieben. Man merkt dem Autor an, dass er Reservationen nicht nur aus der Literatur kennt, sondern dort war, und dass er mit indianischer Mentalität vertraut ist. Das gibt seinem Roman die Authentizität, die die Glaubwürdigkeit einer Erzählung mit erfundenen Charakteren ausmacht. Die Mischung aus Fiktion und Tatsachen ist dem Autor bestens gelungen, sodass man hoffen kann, dass er auf diesem Weg weitergehen wird. Dietmar Kügler

 

Cellesche Zeitung, Freitag den 15. Oktober 2010:

Garßener schreibt Thriller im Indianermillieu Skalpjagd, Ulrich Wissmann verknüpft ethnologisches Fachwissen mit Kriminalstory

Als freischaffender Künstler und Dozent für Gitarre an der Kreismusikschule kennen ihn viele, als Literat indes dürfte Ulrich Wissman bislang den wenigsten begegnet sein. Dabei verfasste der Celler bereits 1993 ein Sachbuch über den indianischen Widerstand Nordamerikas. Jetzt legte Wissmann, der 1981 am KAV Gymnasium sein Abitur machte und in Göttingen und Hamburg Ethnologie, Germanistik und Musik studierte, mit „Skalpjagd“ seinen ersten Thriller vor. Es verwundert nicht, dass dieses Buch im Indianermillieu angesiedelt ist: „Die indianischen Kulturen haben mich von jeher fasziniert und fesseln mich bis heute. Von dem sozialen Miteinander dieser Völker und der Achtung vor der Natur können wir viel lernen“, sagt Wissmann. Nicht zuletzt im Zuge seiner universitären Forschung unternahm er wiederholt ausgedehnte Reisen nach Nordamerika. Dass die Auseinandersetzung mit diesen Kulturen sehr spannend sein kann, beweist auch „Skalpjagd“, ein fesselnd geschriebener Roman, der den Leser mit großer Detailkenntnis und Lebensnähe mitnimmt in die hitzeflirrende Weite nordamerikanischer Prärielandschaften und die faszinierende Gedankenwelt ihrer Ureinwohner: In der Wildnis der Rocky Mountains werden mehrere skalpierte Leichen gefunden. Polizei und FBI tappen im Dunkeln, bis Officer Frank Begay, ein in seinen Traditionen fest verwurzelter, aber auch vom Leben gezeichneter Navaho, als Ermittler und Fährtenleser hinzugezogen wird. Die Spurensuche führt zu einem groß angelegten Betrug an Indianerstämmen und gewinnt zunehmend politische Dimensionen. Im Indianerreservat der Sioux schließlich taucht er ein in die Welt aus Armut und Verbitterung über erlittenes Unrecht, begegnet aber auch dem immer noch vorhandenen kulturellen Reichtum und dem unbeugsamen Geist der Lakota. Als er dem Täter immer näher kommt, gerät er selbst in Todesgefahr. Aber diese Gefahr kommt aus ganz anderer Richtung als erwartet.

Das im TraumFänger Verlag erschienene, 180 Seiten umfassende Buch wurde auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ist ab sofort für 16,50 € im Buchhandel erhältlich.

Skalpjagd

Prolog

Es war der Morgen. Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch die Kiefernzweige und erleuchteten den Nebel, der vom Waldboden aufstieg. Das Gras war so von Tautropfen bedeckt, das es im kalten Licht fast wie Schnee wirkte. Durch die tief hängenden Wolkenschleier sah man den klaren, bleiernen Himmel des erwachenden Tages. Kein Laut lastete auf der Stille der Welt. Der Mann schob sich vorsichtig durch einige junge Kiefern, um möglichst kein Geräusch zu verursachen. Der Wald lichtete sich immer mehr zu einer parkartigen Landschaft, in der nur wenige einzeln stehende Bäume die mit Gras und Bleifuß bewachsenen Hügel beherrschten.

Das gesamte Kapitel herunterladen.

Schon seit frühester Jugend beschäftigt sich Ulrich Wißmann mit den Indianern Nordamerikas. Seine Leidenschaft führte ihn schließlich auf viele Reisen nach Nordamerika, bei denen er intensive Kontakte zu „Natives“ knüpfte. Er besuchte den Apachen-Storyteller David Running Horse und lernte über ihn den berühmten Medizinmann des Chumach-Stammes Tony Romero kennen. Er studierte Völkerkunde mit Schwerpunkt „nordamerikanische Indianer“ in Göttingen und Hamburg, wo er 1991 seinen Abschluss machte. Bei seinen Recherchen zu seiner Magisterarbeit traf er den Begründer der „Action Anthropology“ Karl Schlesier und lernte über ihn die Cheyenne und Lakota kennen. Am Oglala Lakota College auf Pine Ridge belegte er Sprachkurse, außerdem nahm er an Zeremonien teil. ER besuchte viele weitere Indianerreservationen in den USA und Kanada, besonders immer wieder die Navaho- und Hopi-Reservation. Hierauf entstand auch sein Buch „Indianischer Widerstand im Nordamerika der Gegenwart“. Ulrich Wißmann ist ein wahrer Kenner der indianischen Szene und seine vielen Kontakte ermöglichen ihm ein realistisches Bild über indianischen Alltag und indianische Lebenseinstellung. Sein nächstes Buch, ein Krimi (Skalpjagd-Ein Navaho-Cop bei den Sioux), ist nun bei uns erschienen.

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