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Darrel McLeod

Mamaskatch

18,90

Erschienen: Die Biografie eines Cree-Jungen, der Missbrauch und Gewalt erlebt und wie Phönix aus der Asche sein Leben in die Hand nimmt. Absolut packend! Erscheint im Januar

Lieferbar
Mamaskatch
 

Geboren in dem winzigen Dorf Smith in Alberta, tauchte Darrel J. McLeod als kleines Kind tief in die Kultur der Cree ein – und in deren Bedrohung.  In oft unvorhersehbaren Geschichten erzählt seine Mutter Bertha von ihrer Kultur, ihrer Familie, aber auch den Grausamkeiten, die sie und ihre Schwestern im Internat ertragen mussten. McLeod fühlt sich behütet in ihrer Anwesenheit und genießt die unbeschwerte Zeit mit seinen vielen Geschwistern und Cousins.  Die Gerüche des köstlichen Elcheintopfs und des wilden Pfefferminztees prägen ihn ebenso wie das Aufwachsen in der Natur. Seine Mutter Bertha lehrt ihn, auf sein Erbe stolz zu sein und stets auf die Vögel zu hören, die über ihn wachen und ihn an wichtigen Punkten seines Lebens leiten werden.

Durch eine Spirale der Gewalt und des Missbrauchs wird Darrels Mutter instabil, und das Leben der Kinder versinkt in einem Chaos. Trotzdem kämpft Darrel darum, eine gewisse Normalität aufrechtzuerhalten: Er geht zur Schule und interessiert sich für Musik, während er viele Male umzieht, immer wieder Zeuge von Gewalt wird, sich um seine jüngeren Geschwister kümmert und von seinem Ersatzvater missbraucht wird. Er muss miterleben, wie auch sein Bruder unter die Räder gerät und sich nach einem Geschlechtswechsel prostituiert – eine Entscheidung, die auch Darrels Erwachsenwerden und seine eigene Identität infrage stellt.

Die aufrüttelnde Erzählung von Mamaskatch spiegelt Berthas Versuche wider, mit dem Trauma und dem Missbrauch, denen sie selbst ausgesetzt war, fertigzuwerden. So entsteht ein intensives Porträt einer Familie mit starken Persönlichkeiten, tiefen Bindungen und einer gemeinsamen Geschichte, die alle zwar verbindet, aber auch verfolgt.

Wunderschön geschrieben, ehrlich und zum Nachdenken anregend, ist Mamaskatch – benannt nach dem Cree-Wort, das als Antwort auf gemeinsame Träume verwendet wird – letztlich ein dramatischer Bericht über die Überwindung persönlicher und gesellschaftlicher Hindernisse. Trotz der Traumata von Darrels Kindheit entwickelt er eine Resilienz, die ihm hilft, nicht nur zu überleben, sondern zu gedeihen – die Grundlage für ein erfülltes und abenteuerliches Leben.

Ich schwebe im Fegefeuer – diesem Niemandsland zwischen Schlaf und Wachsein – als ich ihre Stimme höre: „Darrel! Ich muss mit dir reden! Komm sofort runter. Biiiitte!“
Ein Uhr nachts an einem Montag, am nächsten Morgen Schule. Alle Platten sind durchgespielt und meine Mutter Bertha Dora hat das Transistorradio in der Küche eingeschaltet. Meine Nasenflügel zucken vom Rauch einer frisch angezündeten Zigarette und der Geruch von abgestandenen Bier hängt in der Luft. Toll! Heute finden die staatlichen Prüfungen statt.
Ich erhasche einige Nachrichtenfetzen: Janis Joplin an Heroin-Überdosis gestorben. Der treibende Rhythmus der Bassgitarre steht im Kontrast zu Janis‘ schriller und rauchiger Stimme, mit der sie den Geliebten beschwört, ihr ein weiteres Stück ihres Herzens herauszureißen.
„Komm schon, dreh die Schallplatte um, mein Sohn!“, schreit Mutter. „Ich liebe die Stimme dieser Frau, aber die sagen, dass sie gestorben ist.“
Ich weiß, was als Nächstes passiert, wenn ich nicht gehorche. Sie wird mit dem Besenstil auf die unterste der zwölf Treppenstufen schlagen, die zu unseren Schlafzimmern führt, und meinen kleineren Brüdern und Schwestern eine weitere schlaflose Nacht bescheren. Trotzdem warte ich noch ein paar Minuten und hoffe, dass sie ohnmächtig oder irgendwie abgelenkt wird, während ich darum bete, dass die Kinder einfach weiterschlafen. Sie hassen es, mir am Morgen zuhören zu müssen, wenn ich sie antreibe, sich für die Schule fertig zu machen: Gaylene und Holly, kämmt euch die Haare. Travis, putz dir die Zähne und zieh deine guten Sachen an. Du kannst nicht in diesen verbeulten Jeans und alten Turnschuhe in die Schule gehen. Gaylene, setz den Frühstücksbrei auf, und vergiss diesmal nicht, ihn umzurühren. Wenn die Kinder übermüdet sind, ist es noch schlimmer.
Dann fängt die Quälerei an. O mein Gott, o mein Gott – ich habe mich geirrt, als ich meine Mutter dazu überredete, meine Geschwister aus der Pflegefamilie zu holen. Sie waren dort besser aufgehoben – bei den Milots. Drei Jahre sind wir getrennt gewesen: Von 1967 bis 1970. Aber jetzt ist es zu spät – wir können sie nicht mehr zurückschicken. Sie haben ohnehin schon zu viel miterlebt. Gaylene und Holly haben in den ersten zwei Wochen jede Nacht geweint – aus Furcht vor der Trunkenheit und den lauten Stimmen der feiernden Fremden in unserem Haus. Sie wissen nicht, dass ich es war, der Mutter dazu überredet hat, sie zurückzuholen. Dass ich es war, der Mutter immer wieder gepiesackt und genervt hat, mich zu einem Besuch mitzunehmen und schließlich vor Gericht zu ziehen, damit meine Geschwister wieder mit uns hier in Athabasca leben können. Nun, es hat funktioniert und jetzt leben wir alle in dieser Hütte hinter der Billardhalle.
„Darrel! Komm her. Bitte, mein Sohn. Ich muss mit dir
reden.“
Verdammt, sie gibt einfach nicht auf. Ihre Stimme, die normalerweise ein trällernder Alt ist, quietscht, wenn sie versucht, lauter zu werden. Sie erinnert mich dann an Tituba aus Arthur Millers Stück „Hexenjagd“, das wir letztens in unserem
Theaterkurs der neunten Klasse durchgenommen hatten. Ja … das hier ist wirklich wie ein Theaterstück – stell es dir wie ein Stück vor – ein endloses Drama, bei dem sich die Szenen in unserem Wohnzimmer oder unserer Küche abspielen, jedes Wochenende mit neuen Darstellern. Letztes Wochenende war es Eddie Mullins – Mutter nannte ihn Vater – und flüchtete sich dann in eine lange Erklärung, als sie den verwirrten Ausdruck in unseren
Gesichtern sah. Die Requisiten ändern sich in jeder Szene, ebenso wie die Kostüme. Wie zum Beispiel die Wildlederjacke, die ich so liebe. Es gibt aberwitzige Geschichten und Intrigen – so wie letzte Nacht um acht Uhr, als Onkel Andy auf allen Vieren herumkroch und sich einbildete, er sei ein Astronaut, der nach einer erfolgreichen Apollo-Mission auf dem Mond herumkriecht. Das Stück hat sogar richtige Spezialeffekte: überwältigende neue Gerüche, blauer Dunst, die Finsternis bei einem Stromausfall, gelegentliche Blitze eines Unwetters und schreiende Katzen in der Nähe.
Der Zigarettenrauch meiner Mutter zieht mir ins Gesicht. Ihre heisere Stimme krächzt im Gleichklang mit der von Janis Joplin und fleht voller Inbrunst, dass der liebe Herrgott ihr einen Mercedes Benz kauft. Ich bezweifle allerdings, dass meine Mutter je einen Mercedes oder einen Porsche gesehen hat – ich jedenfalls nicht. Irgendwie spielt das keine Rolle. Sie liebt dieses Lied und versucht, Janis zu übertreffen. Mutters Krächzen ist fast genauso dramatisch, aber sie bekommt die Lautstärke nicht hin. Vielleicht schaltet sie jetzt das Radio aus, holt die Gitarre raus und versucht, es selbst zu singen?
Ich niese, ziehe die Decke weg, rolle mich aus dem Bett und ziehe meine schlapprige Unterhose hoch. Dann schnappe ich mir ein T-Shirt, eine Hose und ein Paar Socken, um mich gegen die Kälte des Bodens zu schützen. Ich sehe das runde Gesicht eines Dreizehnjährigen im zerkratzten Spiegel im Flur – mit dichtem schwarzem Haar, das wirr in alle Richtungen steht, und mit leicht lilafarbenen Tränensäcken unter den Augen. Ich spucke in die Hände, glätte mein Haar und reibe mir die Augen mit den Fäusten. Wohin werden uns ihre Geschichten und Lieder heute Nacht entführen – und wie viele Stunden werden vergehen, ehe ich wieder ins Bett kann? Ich trample die Treppe nach unten, schalte das Radio aus und drehe die Schallplatte um.

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