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Rebecca Netzel

Der Lockruf des Weißen Adlers

9,90

Die Fortsetzung zu "Das Echo des Adlerschreis" ab sofort erhältlich! (Taschenbuch)

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Der Lockruf des Weißen Adlers

Wie leben die Indianer heute? Inspiriert durch sein Interesse für Adler, die auch von den Native Americans besonders verehrt werden, geht Jochen dieser Frage nach. Dabei gerät er auf eine Fährte, die ihn von einer Falknerei bis mitten ins Herz der Prärie führt. Doch zugleich erlebt er auch, dass er als Mitarbeiter in einer Hilfsorganisation plötzlich selbst von der Situation vor Ort betroffen ist: Nicht nur hohe Arbeitslosigkeit, sondern auch Umweltprobleme belasten das wunderschöne Pine Ridge Reservat in South Dakota. Da heißt es anpacken und Ärmel aufkrempeln, um die von der Zivilisation der Weißen verursachten Probleme, unter denen die Natives besonders leiden müssen, wieder zu beseitigen. Was aber, wenn die eigene Freundin, mit der man sich gerade versöhnt hat, zwar ins Reservat mitgeht, aber dort plötzlich spurlos verschwindet!

Der Lockruf des Weißen Adlers) von Rebecca Netzel ermöglicht, die tief verwurzelte Tradition der Native Americans des Pine Ridge Reservats kennenzulernen. Gleichzeitig werde Probleme wie eine hohe Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Diabetes unter den Native Americans aufgearbeitet. Durch das Buch können die Leserinnen und Leser einen Einblick in das heutige Leben in einem Reservat erhalten - mit all seinen Komplikationen aber auch den alltäglichen kleinen Freunden. --Progrom 3/2019

Wir waren da. Weit dehnte sich das Land. Schon der Herweg war wie eine Reise in eine andere Welt, durch die bizarre Mondlandschaft der Badlands … Unwillkürlich fuhren wir langsamer. Über uns das tiefblaue Himmelszelt, um uns stickige Hitze, hinter uns Staubwolken, von unserem Auto aufgewirbelt. Und vor uns das Große Unbekannte.

Das Eingangs-Schild der Reservation stand wie verloren in der leeren Weite: ein großes Blech-Paneel, im heiligen Rot des Stammes und mit dem Stammeszeichen der Oglála Lakóta: acht weiße Tipis, die einen Kreis bilden, den heiligen Kreis der Stammesversammlung, und darüber die weiße Aufschrift: WELCOME TO THE OGLALA LAKOTA NATION. Darunter, unterhalb des symbolischen Tipi-Dorfes, stand noch in etwas kleineren Lettern: BUCKLE UP – dann ein Sicherheitsgurt-Symbol, das zeigte, wie sich jemand gerade anschnallt – IT’S OUR LAW!

Das Schild hatte also auch ganz praktische, verkehrstechnische Signalzwecke. Doch als wir genauer hinsahen, erkannten wir auch, dass es von Schüssen durchsiebt war – ob nun von frustrierten Jugendlichen, die mit ihren frei zugänglichen Waffen darauf gelangweilt Schießübungen abgehalten hatten, oder gar noch von jener symbolischen Besetzung von Wounded Knee im Jahre 1973, die an das Massaker von 1890 und die anhaltende Entrechtung der Natives erinnern sollte, wussten wir nicht … Wir sahen uns an uns schluckten. Mit etwas verlegenem Lachen setzten wir unsere Fahrt fort. Unsere Gedanken und Befürchtungen standen unausgesprochen zwischen uns, fast hörbar. Illona lehnte sich betont achselzuckend auf dem Beifahrersitz zurück und starrte neugierig weiterhin in die Weite der Prärie.

Die Hitze flimmerte am Horizont. Brutal verbrannte die Sonne die Gräser, in der Ferne eine kleine Herde Mustangs. Die Pferde hier streiften durch eine ockergelbe Prärie. Was fraßen diese Tiere hier eigentlich? Das Gras ringsum glich gelbem Stroh. Europäische Pferde wären in dieser Hitze und Dürre schon längst eingegangen. Es mussten schon sehr zähe Tiere und auch Menschen sein, die hier überleben konnten.

 

*

Es ist doch etwas anderes, einen Ortsnamen nur zu lesen oder plötzlich selber dort zu sein! Natürlich hatte ja ich schon vor unserer Abreise ausgiebig im Internet recherchiert, wo wir hier eigentlich landen würden, in welche Weltgegend es uns verschlagen würde. Bei Wikipedia hatte ich wie gesagt jede Menge trauriger Daten und Fakten gefunden, doch auf anderen Websites Fotos von der schönen, wilden Landschaft der Prärie mit Reiseangeboten – viel Widersprüchliches also.

Wir waren gespannt, was wir hier vorfinden würden. Die Pine Ridge Indian Reservation in South Dakota gilt als das ärmste Reservat der USA. Dort leben und überleben Natives auf dem, was ihnen vom ihrem Stammesland geblieben ist. Selbst das von den Weißen gönnerhaft zugesicherte „Indianerterritorium“ war ja mehrfach von den Siedlern und Goldsuchern einfach verkleinert worden – notfalls mit Gewalt.

Mehr schlecht als recht fanden die Menschen hier ihr Auskommen, auf dem letzten Land, das sie noch zugestanden bekamen, auf dem sie unbeirrbar ihre eigenen Traditionen wahrten und dem Land mühsam das Allernötigste zum Überleben abtrotzten. Man sollte denken, wer hier lebte, hier im Reservat als letzten Rückzugsort, täte dies in dem Gefühl: Wir sitzen alle in einem Boot, haben dieselben Interessen und Sorgen. Doch schon bei der Namengebung des Reservates in der eigenen Sprache gingen die Auseinandersetzungen los: einige Lakota nannten es „Wazí Ahánhan“, also „Pine Ridge“, wegen der markanten, pinienbestandenen Höhenzüge, die sich dort durchs Prärieland zogen, andere aber bevorzugten den Namen „Oglála Oyánke“, weil dort mehrheitlich Lakota vom Unterstamm der Oglála lebten. Und genauso zerstritten waren sie offenkundig auch bei der Verwendung der Gelder bei der Selbstverwaltung durch die Stammesbehörden, bei der Schulbildung der Kinder oder der Frage, ob das Alkoholverbot im „Rez“ nun aufgehoben werden sollte oder nicht.

Nachdenklich starrte ich auf die staubige Straße vor mir – so vieles ging mir durch den Kopf. Illona schien es ähnlich zu ergehen, denn schweigend, aber neugierig blickte sie sich um. Ein ödes, abweisendes, aber herb-schönes Land. Es begrüßte uns musikalisch durch Radio KILI: Das hörten wir schon auf dem Herweg im Autoradio – die Powwow-Musik ging unter die Haut, und dazu gab’s dann aktuelle Regionalnachrichten. Das meiste auf Englisch, aber einiges auch auf Lakota, oft als Einsprengsel in englischen Sätzen. Schon mal zum Einstimmen.

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