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Nancy M. Armstrong

Kee - der lange Marsch der Navajo

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14,50

Erschienen:  Die Geschichte der Umsiedlung der Navajo - erzählt für Kinder ab 9 und für Erwachsene; erscheint im September

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Kee, der lange Marsch der Navajo

Kee - Der lange Marsch der Navajo

Kee ist ein kleiner Indianerjunge, vom Volk der Navajo. Als Soldaten auftauchen, um sie aus der Heimat zu vertreiben, verändert sich sein Leben für immer.

Hintergrund: 1864 wurden die Navajo-Indianer durch die U.S. Kavallerie gezwungen, ihre angestammte Heimat in Arizona zu verlassen. Sie wurden zu einem Gewaltmarsch in ein Internierungslager der Regierung gezwungen, das 300 Meilen entfernt war. Der lange Marsch der Navajo ist die Geschichte des jungen Navajos Kee, der diese lange, anstrengende Strecke mit seiner Mutter, Großmutter, der kleinen Schwester und einigen Haustieren bewältigt. Während dieser 4-jährigen Trennung von seiner Heimat gelingt es ihm, sich an diese unwirtliche Umgebung anzupassen. Endlich kommt der Tag, an dem die überlebenden Navajo in ihr Heimatland zurückkehren dürfen. Kee erkennt, wie sehr sein Volk unter der Kontrolle der weißen Soldaten leidet - und dass sie einen Weg finden müssen, mit dem weißen Mann auszukommen, wenn sie als Volk überleben wollen.

„DIE WUNDEN DIESER ZWANGSUMSIEDLUNG SIND BIS HEUTE NICHT VERHEILT“

Spannend und authentisch für Kinder ab 9 Jahren – und für Erwachsene geeignet. Ein Buch im Programm des „Council for Indian Education Series”

1. Kapitel
Sorgen auf der Mesa – der Hochebene

Durch das Rauchloch des Hogans konnte Kee sehen, dass der Sonnenträger gerade begonnen hatte, den Himmel erstrahlen zu lassen. Sein Vater Strong Man war längst dabei, sein Frühstück einzunehmen. Strong Man bedeutet
„Starker Mann“, denn er war ein mutiger Krieger. Kees Großmutter hieß Wise Woman – Weise Frau, weil sie schon so viel in ihrem Leben erlebt hatte. Sie unterhielt sich beim Essen leise mit dem Vater. ,Er wird sich wohl wieder auf einen Raubzug begeben, um endlich unsere Mutter zurückzubringen’, dachte Kee voller Hoffnung.
Oh ja, auch Strong Man hoffte sehr, Kees Mutter wiederzufinden! In den letzten zwei Jahren war es ohne sie so einsam im Hogan gewesen – seit sie von den Ute-Indianern gefangengenommen und entführt worden war.
Die Mutter hieß „Gentle Woman“, Sanfte Frau, und sie fehlte
ihnen so sehr. Strong Man hatte viel Zeit damit verbracht, mit anderen Navajo-Männern loszureiten, um nach ihr zu suchen. Wenn er sie je finden würde, wäre das bestimmt der glücklichste Tag in Kees Leben.

Als Kee sich unter seinem verschlissenen Schaffell streckte,
lächelte Strong Man auf ihn herab und sagte: „Mein Sohn, pass gut auf unsere Schafe, deine Schwester und deine Großmutter auf, während ich unterwegs bin. Ich werde versuchen, ein Pferd von diesem Raubzug mitzubringen, denn es ist langsam Zeit, dass du ein eigenes Pferd bekommst.“
Ein breites Lächeln huschte über Kees Gesicht. Er konnte
seine Begeisterung kaum zügeln. Er wusste, dass die Navajo das Pferd als ‚jenes, das mit den Menschen lebt´ bezeichnen, und er träumte davon, endlich auch eines zu besitzen.
Beim Klang nahender Hufschläge rollte Kee sich rasch aus seinem Schaffell. Schon stürzte sein Onkel Red Cloud, Rote Wolke, in den Hogan und wandte sich an Kees Vater:
„Komm, wir müssen schnell losreiten. Es gibt Ärger. Soldaten vom Fort Defiance haben einige Navajo gefangengenommen und ins Fort verschleppt.“
Nachdem Strong Man und Red Cloud sich entfernt hatten, kroch auch Hasba, Kees kleine Schwester, aus ihren Schaf-
fellen, und die beiden genossen ihr Frühstück aus Maismehl und Ziegenmilch.
„Warum sollten Soldaten die Navajo angreifen? Warum
können sie uns nicht in Ruhe lassen?“, fragte Kee.
Großmutter zuckte die Schultern. „So handeln eben Soldaten. Keiner kann sagen, was sie vorhaben. Wir wollen hoffen, dass sie nicht bis hierher kommen, aber haltet die Augen offen, wenn ihr die Schafe und Ziegen
hütet.“
„Vielleicht sollten wir heute mal hierbleiben? Es scheint
draußen richtig gefährlich zu sein“, schlug Hasba vor.
Kee stieß ein etwas gezwungenes Lachen aus. Er versuchte überzeugend und ohne Furcht zu klingen, als er sagte: „Die Schafe und Ziegen brauchen doch Futter. Aber hab‘ keine Angst,
Schwesterchen, ich bin ja bei dir.“
„Geht lieber nicht so weit weg. Ihr müsst nicht beweisen, wie mutig ihr seid“, sagte Wise Woman. „Und nehmt Burro mit.“ Burro war ihr kleiner Esel.
Kee nickte und rang sich ein Lächeln ab. Als sie gerade aus dem Hogan traten, um mit den täglichen Aufgaben anzufangen, sprang Grey Dog, der graue Hütehund, unter dem Wacholderbusch hervor. Übermütig hüpfte er an Kee hoch, um sein Guten-Morgen-Leckerli in Form eines Stückes zähen Fleisches zu bekommen, dann raste er zur Koppel vorweg. Kee und Hasba lösten die Stützpfeiler am Tor, und sofort stürmten die Schafe und
Ziegen ins Freie, um quer über die Mesa zum Wasserloch zu gelangen.

 

Nancy M. Armstrong

Nancy M. Armstrong wurde in Yorkshire, England, geboren und emigrierte 1910 nach Utah. Sie begann sich schon früh für die verschiedenen Stämme der Indianer Nordamerikas zu interessieren und publizierte über 400 Artikel und Geschichten.

„Navajo Long Walk“ wurde in die Liste der überprüften Geschichten des „Council for Indian Education Series“ aufgenommen, die authentisch erzählte Bücher über verschiedene Völker Nordamerikas erhältlich machen.

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