Es musste getan werden

Es musste getan werden

16,90 € inkl MwSt.

Lieferbar! Fachbuch ĂĽber die Entwicklung des Navajo Codes und die packenden Erinnerungen der Codetalker an den Zweiten Weltkrieg. Im Anhang befindet sich der komplette Code!

Rezension im Amerindian Research Band 15/2 (2020)

Rezension im Magazin fĂĽr Amerikanistik 2/2020

Das auĂźergewöhnlich lebensnahe Buch wurde im Einverständnis mit der Navajo-Code-Talkers- Association von der Ăśbersetzerin fĂĽr deutsche Leser zusätzlich zu den existierenden Erklärungen und Erläuterungen mit einer EinfĂĽhrung versehen. Sie soll die gesamte Problematik von geheimen SprachĂĽbermittlungen von Nachrichten in Feinden unbekannter Sprache verdeutlichen. Das geschieht mit der Darstellung von solchen Bedingungen wie dem II. Weltkrieg mit den Leistungen und Erlebnissen der dafĂĽr eingespannten, dafĂĽr verpflichteten und noch lange Zeit nach den Er- eignissen zum Schweigen in den und durch die USA verurteilten Mitgliedern der Navajo-First Nation. Zum Verständnis der Lebenssituation sprechen die indigenen Protagonisten von ihrer Kindheit in der Reservation und der Schulzeit ĂĽber die Rekrutierung nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour 1941 und ihre spezielle Ausbildung bis zu ihren persönlichen Erlebnissen auf den Schlachtfeldern im Pazifik. Dann gehen einige Mitglieder dieser besonderen Gruppen US-amerikanischer Soldaten auf ihre Schicksale bis zum Kriegsende und ihrer Heimkehr sowie Lebensetappen nach dem II. Weltkrieg ein. Sie hatten mehr als zwanzig Jahre wegen der auferlegten Geheimhaltung ĂĽber ihre Aufgaben schweigen mĂĽssen, erhielten erst 1968 dann die Erlaub- nis und wurden erst 2005 bis 2008 in Interviews um ihre Erfahrungen und EindrĂĽcke befragt. Sie hatten zuvor noch immer manche Diskriminierung zu erdulden, obwohl sie sich dessen bewusst waren, dass sie mit ihrem Beitrag vielen Kameraden das Leben gerettet hatten. Die Schilderungen der Erlebnisse von acht der ungefähr 300 dieser den Navajo-Code benutzender "Code Talkers" bieten aus der späten Erinnerung an die durchlebten Kriegsereignisse und damit in Zusammenhang stehen- den Lebenskrisen ein eindrucksvolles Bild zwischen persönlichem Einsatz und Abhängigkeit von Kommando-ErfĂĽllung. Ihre Berichte sind so miteinander verbun- den, dass bei allen individuellen Unterschieden des Erlebten fĂĽr den Leser ein historischer Faden entsteht, andem entlang verständlich wird, was die nun längst verstorbenen Protagonisten der Ereignisse zu sagen hatten. Mit diesem Buch hat der Verlag ein Kapitel der Weltgeschichte aus der Sicht einfacher Soldaten sehr gut erläu- tert. Die LektĂĽre ist gerade wegen der einfachen, lebens- nahen Sprache aus Erinnerung des Durchgestandenen sehr zu empfehlen.                                                UTS

 FĂĽr  mehrere Jahrzehnte waren sie fast vergessen – die Navajo-Funker des 2. Weltkriegs. Spät, sehr spät erinnerte man sich ihrer Leistung. Offiziell waren sie Angehörige des US-Marine-Korps. Tat- sächlich  waren die  insgesamt  ca. 420

Männer Teil einer hochgeheimen Mission. Sie sollten den strategisch  bedeutenden Funkverkehr der amerikanischen Armee ĂĽbernehmen, um fĂĽr die Weiterleitung von Befehlen  und  Informationen  zu  sorgen, ohne dass die japanischen Funkexperten diese Nachrichten „knacken“ konnten. Das war eines der größten Probleme fĂĽr die  amerikanische  KriegsfĂĽhrung  in Asi- en. Mit welchen Methoden die Armee auch

immer ihre Nachrichten verschlĂĽsselte – die hochintelligenten japanischen Funker fanden eine Lösung, die Botschaften zu verstehen. Nichts blieb geheim. Was immer die amerikanischen Militärs planten – die Japaner erfuhren es und konnten GegenmaĂźnahmen  ergreifen.

Bis die Navajo-Funker kamen... Sie entwickelten 1942 einen Code, den kein Mensch auf der Welt brechen konnte, den niemand imstande war, zu verstehen, auĂźer den Navajo-Soldaten selbst.

Die Unmöglichkeit, den Code dieser Funker zu entschlüsseln, lag in der Sprache der Navajo begründet, die für Fremde dermaßen unverständ- lich ist, das es fast unmöglich ist, sie als Nicht-Navajo fließend zu lernen. (Es gab einmal ein Projekt für Navajo-Sprache an der Freien Universität in Berlin, das völlig scheiterte.) Auf der Basis der Navajo- Sprache entstand ein Funk-Code, der selbst Menschen, die diese Spra- che beherrschten, total fremd blieb.

Damit wurde der Code der Navajos zu einer Waffe, vielleicht sogar zu einer der mächtigsten Waffen des 2. Weltkrieges; denn ab jetzt war es keinem japanischen Funker, keinem Spion mehr möglich, amerikanische Botschaften zu verstehen und  daraus Informationen abzuleiten.

Der Einsatz der Navajo-Funker wurde kriegsentscheidend. Historiker sind sich heute einig, dass das kleine Häuflein der indianischen Funker mehr zum Sieg der USA in diesem Krieg beigetragen hatte als manche hochgerüsteten Regimenter.

Erst 1982  erhielten die Ăśberlebenden die offizielle Anerkennung durch Präsident Ronald Reagan. Seither sind fast alle Funker – teilweise auch posthum – mit Urkunden und  Medaillen geehrt worden. Und  der 14. August jeden Jahres ist seitdem ein offizieller Gedenktag fĂĽr die „Code Talkers“.

Der Autor dieses Buches, Stephen Mack, hat 8 dieser bemerkenswer- ten Männer interviewt und  sie ihre Geschichte erzählen lassen. Die Geschichte  von  Menschen, die  in  den WĂĽstenregionen  von Arizona und  New Mexico geboren wurden, Nachkommen eines einst starken, dominanten Volkes, das im Laufe der letzten 150 Jahre viel verloren hat

– aber niemals seinen Stolz. Die späte Anerkennung haben diese Männer mit der gleichen Souveränität angenommen, wie sie zuvor die Nichtach- tung  ertragen haben; sie mussten niemandem etwas beweisen, sie wussten, was sie  geleistet  hatten.

Dieses Buch  ist ein emotional anrĂĽhrendes und  aufrĂĽttelndes Doku- ment. Es bietet nicht nur Einblick in das vielleicht ungewöhnlichste Kapitel von einem der blutigsten Kriege der Menschheit, sondern auch in die Lebens- und Denkweise eines der ältesten Völker Nordamerikas.

Die Ăśbersetzerin, Ursula-Maria Ewald, hat eine einfĂĽhlsame Arbeit geleistet. Das Buch  kann nur wärmstens empfohlen werden.

Dietmar Kuegler

ZurĂĽck zur Ăśbersicht Titel

Das könnte Sie auch interessieren

ZurĂĽck zur Ăśbersicht