Adlerkralle - der Indianerjunge und sein Wolf

Adlerkralle - der Indianerjunge und sein Wolf

9,90 € inkl MwSt.

Adlerkralle ist ein Indianerjunge vom Volk der Menominee und lebt mitten im Wald an den Großen Seen. Zusammen mit seinen Freunden geht er zur Jagd und zum Fischfang und findet dabei einen kleinen Wolf. Adlerkralle beschließt, den Wolf aufzuziehen und muss feststellen, dass das ganz schön anstrengend ist. Zudem Ă€rgert ihn ein grĂ¶ĂŸerer Junge, sodass er einen Streich ausheckt, um den Älteren Angst einzujagen. Aber das ist keine gute Idee 


Leseprobe

Rezension im Amerindian Research

... Die Jungen stellten sich auf einige Felsen, die im Wasser herausragten,
und warteten auf die Beute. Wenn die Fische stromabwÀrts schwammen,
bemerkten sie die Jungen nicht, weil sich das Wasser vor den Felsen
krĂ€uselte. Die Fische grĂŒndelten hinter den Felsen und konnten so
leicht aufgespießt werden. Auf diese Weise hatten die Jungen nach einer
Weile an die zehn Forellen aus dem Wasser geholt. Das wĂŒrde leicht
fĂŒr ein gutes Essen reichen! Sie spießten die Forellen auf einen langen
Stock auf, um ihn zu zweit ins Dorf zu tragen. Die Fische waren wirklich
schwer! Der dritte Junge sollte die Waffen tragen und den RĂŒckweg
sichern. Es konnte immer wieder passieren, dass ein wildes Tier auftauchte
und sie sich verteidigen mussten. Die WĂ€lder steckten voller
BĂ€ren und Pumas. So ein Fisch wĂŒrde auch einem BĂ€ren schmecken!
Adlerkralle und Weißer-Wolf arbeiteten vor sich hin, als sie von einem
Hilferuf aufgeschreckt wurden. Es war Stehender-BĂ€r, der im Wasser
stand und an seinem Speer zerrte, der tief im RĂŒcken eines riesigen Störs
steckte. „Helft mir!“, schrie der Junge verzweifelt.
Der Stör, der grĂ¶ĂŸer als ein ausgewachsener Mann war, wand sich wie
ein riesiger Wurm und brachte dabei den Jungen aus dem Gleichgewicht.
„Lass los!“, brĂŒllte Adlerkralle voller Angst. „Lass doch los!“
„Mein Speer!“, schrie Stehender-BĂ€r. „Wenn ich loslasse, ist mein Speer
weg. Helft mir doch!“
Adlerkralle schĂŒttelte entsetzt den Kopf. Sein Freund musste verrĂŒckt
sein, gegen dieses Untier zu kĂ€mpfen. Es war viel zu gefĂ€hrlich. „Lass
los!“, wiederholte er seinen Befehl. „Du bringst uns alle in Gefahr.“
Stehender-BĂ€r sah kurz hoch, dann trat der Übermut in seine Augen. Er
wĂŒrde diesen Fang nicht aufgeben! „Holt lieber eure Speere. Wenn wir
ihn töten, können wir ihn ganz leicht aus dem Wasser ziehen!“
Weißer-Wolf folgte bereits dieser Anweisung und watete mit seinem
Speer auf den riesigen Stör zu, der mit seinen Bewegungen den Grund
des Flusses aufwirbelte. Der Junge geriet dabei in immer tieferes GewÀsser.
Die Strömung war hier stark und drohte ihn mitzureißen. „Es wird
zu tief!“, warnte er seinen Freund.
Stehender-BĂ€r zerrte verzweifelt an dem Speer und versuchte, den viel
zu schweren Fang wieder ins seichtere Wasser zu ziehen. „Komm her!“,
schrie er lauthals. „Er entwischt mir!“

AmerIndian Research, Bd. 13/2 (2018), Nr. 48

Eigentlich muss man befĂŒrchten, dass es mit dem
Genre Indianerliteratur in Deutschland bergab geht. Zum
GlĂŒck gibt es noch einige wenige Ausnahmen auf dem
deutschen Buchmarkt. Eine dieser Ausnahmen ist der
TraumfĂ€nger-Verlag, der Indianer-Literatur fĂŒr Erwachsene
und fĂŒr Kinder publiziert. So haben die Leser die
Chance, außer ĂŒber Winnetou und Yakari noch ein wenig
mehr ĂŒber Indianer zu erfahren.
Wie alle BĂŒcher von Kerstin Groeper ist auch Adlerkralle
ein gut recherchiertes Buch. Die Leser können sich
darauf verlassen, dass der historische Hintergrund genau
ĂŒberprĂŒft worden ist.
Die Geschichte des kleinen Jungen vom Volk der
Menominee ist spannend und fĂŒr Kinder ab 9 Jahren gut
geeignet, sich in die Welt der Waldlandindianer hineinzuversetzen.
Allerdings dĂŒrften die Kinder (aber sicher nicht
nur diese) Schwierigkeiten beim Aussprechen der indianischen
Namen haben.
Die Geschichte selbst handelt von dem etwa neunjÀhrigen
Jungen Adlerkralle, der mit seinen Freunden
nicht nur spielt, sondern bereits jagen geht und dabei
sogar einen jungen Wolf findet. Diesen nimmt er mit ins
Dorf, was nicht nur Begeisterung bei den anderen Dorfbewohnern
hervorruft. 

Die Geschichte des Jungen beginnt im FrĂŒhjahr und endet im Winter. In dieser Zeit
erlebt er mit seinen Freunden viele Abenteuer, er lernt
sehr viel Neues und mit ihm lernen die kleinen Leser den
Alltag in einem Dorf der Menominee kennen. Fische,
TruthÀhne, BÀren, ein Puma und die verfeindeten
Anishinabe spielen dabei eine Rolle.
Ein Kinderbuch, das vielleicht auch den Eltern gefallen
wird. MK

ZurĂŒck zur Übersicht Titel

Das könnte Sie auch interessieren

ZurĂŒck zur Übersicht