Weihnachtsrundbrief

Einige Gedanken ĂĽber das vergange Jahr und Ausblicke fĂĽr 2015

Weihnachtsrundbrief des TraumFänger Verlages

 

Ihr Freunde der guten Indianerliteratur,

zum Ausklang des Jahres möchten wir euch noch einen kurzen Überblick über dieses für uns sehr aufwühlende Jahr geben.

Wie einige vielleicht lesen konnten, wollten wir im April dieses Jahres aufhören. Das hatte sowohl gesundheitlliche Gründe zur Ursache, aber auch viel Frustration.

Wir sehen den Verlag als politische Arbeit und manchmal geht uns die Luft aus, wenn wir erleben, dass jedes Jahr 100 000 Menschen zu Karl May Festspielen oder anderen „Indianerevents“ rennen, diese sich aber selten über reale Themen oder die jetzige Situation von Native Americans informieren lassen. So verkaufen wir zwar unsere historischen Romane, aber gerade die Bücher, die uns am Herzen liegen, finden nur schwer ihre Interessenten. Unsere indianischen Autoren sind uns aber wichtig. Die Gedichte von Mary Caesar oder die Autobiografie von Mitch Walking Elk drücken das ganze Dilemma dieser Menschen aus und lassen uns verstehen, warum manche Traumatas auch generationenübergreifend noch nicht geheilt werden konnten.

Wir erleben immer wieder, dass Menschen sich nach dem Klischee sehnen und zu Veranstaltungen laufen, in denen Indianer (möglichst noch Natives aus Südamerika) in Regalia aus Nordamerika tanzen und dazu Panflöte spielen. Auch „Schamanen“ sind hoch im Kurs …. Auch wenn sich dahinter oft Ausbeutung oder blanker Unsinn verbirgt, von Leuten, die ihre angeblich indianische Herkunft in keiner Weise belegen können.

Reale Vertreter dieser Kulturen reden, singen und spielen dann gewohnheitsgemäß nur vor kleinem Publikum, müssen davon aber die Flüge bezahlen und ihre Familien zuhause ernähren. Vielleicht schätzen wir deshalb ausgerechnet die Karl May Festspiele in Radebeul so sehr: ja …sie sind Klischee, aber anders als bei anderen Veranstaltungen in Deutschland laden sie jedes Mal Vertreter indigener Kulturen ein, bezahlen die Flüge und betreiben konsequent Aufklärung. Joanne Shenandaoh, Doug Georg Kanentiio, Michael Pace, Ray Halbritter, Leela Gilday, Wade Fernandez, Murray Small Legs, Dwayne Frost, John Blackbird, die Benally Family sind nur einige der Künstler, die hier bereits eingeladen wurden. Manchmal sind diese Veranstaltungen durchaus politischer Natur, wenn über die aktuelle Situation im Indian Country berichtet wird. Zudem wurde dem Leonard Peltier Defense Commitee und der Organisation „One Spirit“ kostenlos ein Stand zur Verfügung gestellt.

Wir haben dieses Jahr drei Tourneen von indigenen Musikern betreut: Die Sommertour von Mitch Walking Elk und Wade Fernandez, und für beide Künstler im Herbst nochmals Solotourneen. Hier finden wir viel Unterstützung bei wunderbaren Menschen. Unser herzliches Dankeschön geht an Elke und Holger Zimmer, die manchmal wochenlang die Musiker bei sich beherbergen und die wirklich tolle Konzerte organisiert haben! Auch die Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte in München und der Arbeitskreis Indianer heute unterstützen diese Tourneen, oder Incomidios in der Schweiz. Dabei hat sich herausgestellt, dass oft Kirchen ein guter Ort sind, solche Konzerte zu veranstalten, weil sie eine feste Gemeinschaft an Menschen haben, die dann auch dorthin gehen. Wer also einen netten Pfarrer kennt, kann sich gern für die Tour im Juni 2015 oder den Herbst 2015 an uns wenden!

Aber auch hier stoßen wir an unser „Waterloo“: Wir vergeben dieses Jahr die schwarze Rabenfeder für besondere Ignornanz an die Stadt Bad Aibling. Zur Vorgeschichte: Bereits mehrfach haben wir uns mit der Kurverwaltung bezüglich eines Konzertes von Mitch Walking Elk und Wade Fernandez in Verbindung gesetzt. (2011 war immerhin die große „Indianerausstellung“ im Lokschuppen Rosenheim … das hätte also vom Thema gepasst). Immer wurde es abgelehnt mit der Begründung, dass sich niemand in Bad Aibling für Indianer interessiere. Dabei wurde geflissentlich übersehen, dass es sich hierbei einfach nur um gute Musiker handelt, die Blues, Folk und Rock spielen. Mit gleicher Begründung schrieb uns auch die dortige Bücherei eine Absage. Sie nehmen unsere Bücher nicht, weil sich dort ebenfalls niemand für unsere „Indianerbücher“ interessiere. Mit der gleichen Begründung nehmen auch die Buchhandlungen dort die Bücher nicht. Es wird dabei nicht unterschieden, ob es sich um Kinderbücher, historische Romane oder Thriller handelt. Das Thema wird generell abgelehnt.

Leider mussten wir feststellen, dass diese Einschätzung stimmt. Wenn das Universum ein helles Zentrum hat, dann ist Bad Ailing am weitesten davon entfernt, zumindest was Indianistik oder

indigene Musiker angeht. Auch Schulen haben auf unsere Anfrage nicht geantwortet. Nicht, dass wir es schlimm finden, wenn das Thema oder der Termin gerade nicht passen. Wir wollen ja nicht missionieren. Die Schulen halten es nicht einmal fĂĽr nötig, zu antworten! Indianer … so ein Schmarrn.  Vielleicht wollen sie sich auch gar nicht mit dem Thema Genozid beschäftigen.  

Macht nix … dafür haben Mitch Walking Elk und Wade Fernandez auf dem Odeonsplatz in München gespielt, um die Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte bei ihrer Demonstration gegen „Gewalt an indigenen Frauen“ zu unterstützen.

 

Unser Trost ist nur, dass auch „Historische Romane“  keine Gnade vor dem erlauchten Gremium finden, das in Bad Aibling fĂĽr die Auswahl der kulturellen Veranstaltungen zuständig ist. Schade! Zum GlĂĽck gibt es Orte wie Eltville, BĂĽsum, Radebeul etc, die uns gegenĂĽber sehr offen sind und die uns nicht, wie in MĂĽnchen bei der MĂĽnchener BĂĽcherschau geschehen,  erst in die Kinderbuchecke und dann unter „HörbĂĽcher“ abschieben wollten. Nachdem Frau Groeper wenig diplomatisch ihr Skalpmesser gezogen hatte, wurde uns dann doch zähneknirschend ein besserer Platz angeboten. Dabei wurde betont, dass dies selbstverständlich nichts mit dem Thema zu tun hätte …. freilich!

  

Wir haben dieses Jahr viele Aufs und Abs erlebt. Wir hatten viele gute Messen und Veranstaltungen, die uns gezeigt haben, dass sehr wohl Interesse an dem Thema besteht. Andererseits machten wir die Erfahrung, dass auch unsere Leser sehr auf den Preis schauen. So haben wir die Preise unserer Hardcover Ausgaben auf den Preis von Taschenbuchausgaben reduzieren müssen, mit der Konsequenz, dass wir in Zukunft kein Hardcover mehr produzieren werden. Wir werden hier mit anderen Verlagen verglichen, die in wesentlich höheren Auflagen produzieren. Das ehrt uns sehr … schadet aber auch gleichzeitig.

Auch unsere Leserschaft hat sich verändert. Wir verkaufen inzwischen unsere Bücher (mit einem hohen Werbeaufwand) über die Zielgruppe hinaus. Auch das ehrt uns … setzt uns aber in die Zwickmühle, dass es immer wieder Erbsenzähler gibt, die auf Fehlern herumhacken. Tut uns leid … besser geht es nicht! Wir stehen dazu, beziehungsweise standen kurz vor der Entscheidung ganz aufzuhören. Mut zur Lücke …

Die gute Nachricht:

Wir machen weiter!

Wir werden unsere sozialen Projekte stark einschränken und mehr Bücher drucken, die unsere Leser auch kaufen. Wir haben nun ein umfangreiches Sortiment, das von Kinderbüchern bis Unterrichtsmaterialien ein weites Feld abdeckt. Weitere Bücher werden nur nach strengem Prüfen gedruckt. „Leckerbissen“ können wir uns nicht mehr leisten, weil nicht der Druck, sondern die Herstellungskosten uns auffressen. Die Kosten bleiben gleich, gleichgültig, ob wir 3000 Stück oder nur 100 verkaufen. Den meisten unserer Kunden ist das aber eher egal.

Sie kaufen die Bücher nach ihrem Interesse, oder ob das Cover ihnen gefällt, nicht, weil sie sich grundsätzlich für das Thema interessieren. Das ist völlig in Ordnung. Wir müssen nur unseren Verlag diesbezüglich umstrukturieren.

Was ist neu?

Die meisten unserer BĂĽcher wird es im Jahr 2015 als E-books geben. Wir starten mit den Thrillern, um gerade hier eine neue Zielgruppe zu erreichen. Mit neuen Covern!

Weiterhin wird es alle Bücher als Taschenbücher geben. Für einige Sammler ist das natürlich schade … wir bitten um Verzeihung!

Wir werden weiterhin die Tournen für indianische Musiker organisieren. Zu diesem Zweck haben wir unser „Pony“ mit einem Werbeaufdruck versehen, wenn Mitch und Wade damit in Deutschland unterwegs sind. Unser Auto haben wir ihnen dieses Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt. Das wird vielleicht nicht immer möglich sein.

Zur vereinfachten Abrechnung bieten wir Veranstaltern an, die Gagen mit uns abzurechnen, weil wir dann die Künstlersteuer an das Finanzamt abführen. Die Verträge laufen dann über den TraumFänger Verlag. Wir verdienen daran nichts, sondern geben die Gage an die Musiker weiter.

Neuheiten:

Für die Buchmesse Leipzig im März konzentrieren wir uns auf den Roman „Auf den Pfaden des Luchses“. Dieser Debütroman von Tanja Mikschi hat es verdient, mit viel Aufmerksamkeit beworben zu werden. Tanja Mikschi wird auf der Leipziger Buchmesse anwesend sein! Wir freuen uns darauf, sie unseren Lesern präsentieren zu können. Außerdem wird sie beim Country-Frühschoppen im Karl May Museum lesen.

Der Druck des Buches hatte sich etwas verzögert, weil das Lektorat für dieses Monsterwerk etwas länger gedauert hat. Außerdem gab es Diskussionen zum Titelbild. Wir haben uns nun doch für das farbige Cover entschieden, weil ein schwarz-weiß Bild im Vergleich zu unseren anderen historischen Romamen zu sehr aus dem Rahmen fällt. Außerdem lassen sich Bücher schlechter verkaufen, wenn keine „Frau“ abgebildet ist. Vielen Dank an alle, die an der Umfrage hierzu teilgenommen haben. Das hat uns sehr geholfen!

Offizieller Veröffentlichungstermin ist der 15. Januar. Das Buch kostet 18,90 €, bis zum 24. Dezember kann es zum Subskriptionspreis von 16,90 € über unsere Homepage vorbestellt werden.

Zukunft:

Wir sehen die Arbeit des Verlages weiterhin als politische Arbeit. Ăśber Geschichten und interessante Protagonisten kann man manchmal am schnellsten Menschen fĂĽr ein Thema begeistern. 

Wichtig ist hierbei die Unterstützung durch unsere Leser: Meckert nicht! Und macht Werbung! Verschenkt unsere Kinderbücher zu Weihnachten! Verschenkt unsere Thriller …. Oder unsere historischen Romane. Bei „Lovelybooks“ werden alle unsere Bücher durchwegs gut besprochen, auch von Menschen, die noch nie ein Indianerbuch gelesen haben. Verschenkt unsere Bücher mit den Worten: „Lies doch mal … echt interessant und spannend!“

Wir verschicken unsere Bücher tatsächlich den Großkunden unserer Unternehmungsberatung und bekommen immer wieder positive Rückmeldungen.

 

Seit August haben wir auch zwei Vertreter, die unsere Bücher stärker in den Buchhandlungen bewerben. Es gibt jedes Jahr Tausende von Neuerscheinungen, gegen die wir uns durchsetzen müssen. Wenn ihr in den Buchhandlungen auf unsere Bücher hinweist, wäre es hilfreich …. Selbst, wenn die Buchhandlungen die Bücher nicht bestellen, es reicht schon, wenn sie wissen, dass es uns gibt. Immer wieder gibt es Kunden, die nach „Indianerbüchern“ fragen und zur Antwort bekommen, dass es das im Moment nicht gibt.

 

Ab Januar haben wir eine Auslieferung in Österreich, damit auch unsere Kunden in Österreich leichter unsere Bücher bestellen, und vor allen Dingen, bezahlen können. Auch dort haben wir nun einen Vertreter, der unsere Bücher in den Buchhandlungen vorstellt. Mal sehen, ob wir das auch für die Schweiz schaffen.

Planung:

FĂĽr 2015 arbeiten wir an einer Fortsetzung von Frank Begay. Der Ermittler der Navaho Stammespolizei wird dieses Mal zu einem Mordfall bei den Hopi hinzugezogen.

Auch Frau Groeper war wieder fleiĂźig. Wir halten euch auf dem Laufenden, wo und wann die neuen BĂĽcher erscheinen werden.

Weitere Manuskripte prĂĽfen wir ĂĽber die Feiertage.

 

Unsere diesjährige Weihnachtsaktion findet ihr bei facebook und im Shop auf unserer Homepage: jeden Sonntag im Advent veröffentlichen wir eine Kurzgeschichte von Frau Groeper. Diese Geschichten sind zugleich ein Spendenaufruf für das „Winterprojekt“ von Andrea Cox. Auch dieses Jahr haben wir wieder die Finanzierung der Flyer für das „Winterprojekt“ und die „Lakota Horsemenship“ übernommen, weil wir denken, dass diese Hilfsprojekte unbedingt förderungswürdig sind. Wer noch ein bisschen spenden möchte, dem werden diese Hilfsprojekte wärmstens empfohlen!

Wir verbleiben mit guten Gedanken und wĂĽnschen euch eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

  

Eurer TraumFänger Verlag

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