Wade Fernandez am DZG Landsberg

Abwechslungsreicher Vortrag am DZG

Wade Fernandez: Einblick in die Welt der Menominee-Indianer

Leben mit zwei unterschiedlichen Kulturen im Hintergrund –darin erhielten die Oberstufenschüler und –schülerinnen des Dominikus-Zimmermann-Gymnsiums am vergangenen Montag vertieften Einblick. Am Vormittag besuchte der Musiker und Lehrer Wade Fernandez die Schule und faszinierte sein Auditorium mit eindrucksvollen Impulsen aus dem Leben der indigenen Bevölkerung Nordamerikas.

Fernandez, Angehöriger des Stammes der Menominee-Indianer, bot eine Bandbreite an Informationen zu seiner Kultur und den Problemen als Minderheit in den USA. Denn sein eigentlicher Name lautet: „Wiciwaen Apis Mahwaew“, was ins Deutsche übersetzt „Der mit dem schwarzen Wolf geht“ heißt. Hier offenbart sich schon ein großes Problem dieser Minderheit, denn es gibt nur noch sieben Sprecher dieser Indianer-Sprache. Fernandez vermittelte dies den Schülerinnen und Schülern anschaulich, indem er sie einlud, Teilhaber und Multiplikatoren seiner Sprache zu werden und sie einige Wörter aus dem Menominee-Wortschatz lehrte.

Die Oberstufler lieĂźen sich bereitwillig darauf ein, denn mit seinem leicht verständlichem Englisch, seiner unkomplizierten Art  und nicht zuletzt seiner Musik zog er die Zuhörer von Anfang an in seinen Bann. So fĂĽhrte er indianische Flöten vor und erklärte nebenbei deren Entstehungs-Mythos. Dies kombinierte er mit typischem „Gesang“ und seiner Gitarre, anhand derer er auch sein eigenes Aufwachsen zwischen zwei Kulturen verdeutlichte: Im dichten Waldgebiet an den groĂźen Seen, das sogar aus dem Weltraum noch als „grĂĽnes Juwel“ erkennbar ist und wo die nächsten Nachbarn kilometerweit entfernt wohnen, lernte er die Musik der amerikanischen Rock- und Popkultur kennen. Indem er beides kombiniert, vermittelt er heute seine Botschaft. Denn auch mit dem Besuch am DZG wollte er auf die schwierige Situation seines Indianerstammes aufmerksam machen.

So ging den Menominee durch die zwangsweisen Anpassungmaßnahmen der amerikanischen Regierung in den letzten Jahrzehnten nicht nur die Sprache verloren, sondern auch ihre Rechte wurden immer wieder stark eingeschränkt, z.B. durch eine zeitweise Auflösung des Reservats. Die Schülerinnen und Schüler zeigten ihr Interesse durch Fragen, zu Fernandez Wohnsituation etwa – er wohnt mit seiner Frau und den fünf Kindern in einem einfachen Haus – oder ob man „Mitglied“ des Stammes werden könne („Wir verlangen keinen Eintritt“). Auch wenn dies einige Lacher hervorrief, zeigte es doch, wie faszinierend für die westlich-zivilisiert geprägten Schülerinnen und Schüler das Leben indigener Völker ist, die anders als die konsumorientieren Europäer „der Natur nur das nehmen wollen, was wir wirklich brauchen“, so Fernandez.(chs)

Vielen Dank an Christine Specker fĂĽr diesen Bericht

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