Tagung des Western Forschungszentrum 2012

Von Freitag den 22. Juni bis Sonntag den 24. Juni fand zum 23. Mal das Treffen der German Association for the Study of the Western statt. In dem sehr malerisch gelegen Schloss Friedewald trafen sich Professoren, Studenten, Autoren und andere Westernbegeisterte, um das ganze Wochenende über das Thema “Apatschen und Komantschen in Literatur und Film“ zu diskutieren. Das Programm konnte sich sehen lassen:

Gezeigt wurde z.B. der Film „Ulzana´s Raid“ (sehr rassistisch!) über den natürlich heftig diskutiert wurde. Aber auch andere Filmsequenzen aus „Ulzana“ mit Goiko Mitic, oder „Geronimo“ mit Wes Studi oder „Massai der große Apatsche“ mit Burt Lancaster, oder „Broken Arrow“ mit James Steward wurden genau unter die Lupe genommen, um über das gängige Hollywood- oder auch Indianerklischee zu philosophieren. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Filme eher wenig über die Indianer, oder Apatschen, aussagen, sondern eher über das Bild, das zu diesem Zeitpunkt in den Köpfen der Menschen herumspukte. Codenamen wie „Geronimo“ oder „Apache“- Kampfhubschrauber zeigen, dass dieser Begriff inzwischen ein Chiffre für den Krieg ist, der sich verselbständig hat, aber nicht wirklich etwas mit dem Volk der Apatschen zu tun hat. Interessant waren die angereisten Ehrengäste, die ebenfalls Vorträge hielten und uns ein wenig Einblick in ihre Arbeit gewährten:

Birgit Hans, Professorin der Universität North Dakota

Kenneth E Hall, der Filmausschnitte miteinander verglich

Lucia St. Clair Robson, die über ihre Recherchen für „Die mit dem Wind reitet“ und „Die Schwester des Apachen“ erzählte

Thomas Jeier, der eine WĂĽrdigung der groĂźen Schriftstellerin verfasst hatte. 

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Thomas Jeier und Lucia St. Clair Robson

Zum ersten Mal war auch die Autorin Kerstin Groeper mit dabei, die durch die ausgezeichnete Bewertung ihres Romans „Die Feder folgt dem Wind“ durch Peter Bischoff (Vorsitzender der Gesellschaft) Aufnahme in diesen illustren Kreis erfahren durfte.

Lucia St. Clair Robson erwies sich als sehr bescheidene und ausgesprochen nette Person, die es sichtlich genoss, zum ersten Mal in Deutschland zu sein. Thomas Jeier erwies sich als kompetenter Fremdenführer (früher nannte man so etwas „Scout“) und nahm Lucia auf Entdeckungstour von Salzburg, über München bis nach Frankfurt. Lucia gab interessante Einblicke in ihre umfassenden Recherchen zu ihren Romanen und Kerstin nutzte die Gelegenheit ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern und Erfahrungen auszutauschen.

Die Gelegenheit war natürlich günstig, eine kurze Lesung aus „Ulzanas Krieg“ von Karl Schlesier zu machen und anschließend gleich ein paar Bücher zu verkaufen. Abends gab es dann „Public Viewing“ zur Europameisterschaft und unsere amerikanischen Gäste wunderten sich etwas über die fußballbegeisterten Deutschen.

Insgesamt war es eine sehr interessante Tagung und alle freuen sich schon auf das nächste Jahr. Wahrscheinlich wird die Tagung dann in Radebeul stattfinden, in Zusammenarbeit mit dem Karl May Museum und der Karl May Gesellschaft. (Auch Karl May ist Western-Literatur … und wir sind schließlich alle ein bisschen Indianer!)

Wer mal googeln möchte, was das Westernforschungszentrum so macht, hier die Webadresse:

www.westernforschungszentrum.de

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