Radebeul 2012

Schneller als erwartet war es da: Radebeul 2012! Wir reisten bereits am Mittwoch an, da Kerstin Groeper zu einer Lesung beim Country-Frühschoppen im Karl May Museum eingeladen war. Dieses Mal fand die Lesung in der neugebauten Begegnungsstätte, der Villa N-Tscho-tschi, statt. Vorteilhafterweise hatten wir in den hellen Räumen einen Tisch, wo unsere mitgebrachten Bücher reißenden Absatz fanden …leider hatten wir das so gar nicht erwartet, sodass für die Karl-May Festspiele einige Bücher bereits vergriffen waren!

Die Lesung von „Wie eine Funke im Feuer“ war brechend voll und da auch einige Kinder anwesend waren, änderte Kerstin ihr Programm und erzählte vorab eine Geschichte in indianischer Zeichensprache.

Am Freitag nahmen wir uns die Zeit und besuchten unsere Freunde vom „Deep Spirit“ in Meißen, die ihr Schaufenster gänzlich mit Büchern des TraumFänger Verlages dekoriert hatten. Brav! Wer schönen Schmuck oder gute Bücher kaufen möchte, sollte da mal unbedingt vorbeischauen.

 

Am Samstagmorgen war Kerstin dann im Gespräch mit der Familie Small Legs, um für den Tag die Moderation zu besprechen. Nachdem wir uns schon kannten, war die Freude natürlich groß! Antje erwies sich als ideale Übersetzerin für diesen Part, sodass Kerstin in diesem Jahr tatsächlich zwischendurch Pausen bekam. Devlon und Murray Small Legs waren mit ihren Familien angereist und zeigten Powwow-Tänze und erzählten über die Kultur der Blackfoot. Mit dabei war auch Deanna Sunkaha Wanagi win – eine Lakota aus Pine Ridge, die indianische Flöte spielte und den Zuschauern den Womens`Traditional zeigte.

Die Nervosität stieg, denn die Benally Family, die für 14:00 Uhr vorgesehen war, kam relativ knapp aus Berlin angereist, sodass Kerstin nicht wirklich wusste, was und wen sie moderieren sollte. Die Erleichterung war ihr anzusehen, als die Benally Family dann doch pünktlich erschien und sie noch Zeit hatte, sich mit ihnen über das Programm zu unterhalten. Dies war auch nötig, denn Jones Benally sprach ein äußerst interessantes Englisch, in das man sich erst einmal reinhören musste. Jones Benally ist nämlich mit Navaho aufgewachsen und spricht Englisch nur gebrochen. Eine ziemliche Herausforderung! Seine (erwachsenen) Kinder dagegen sprachen gutes Englisch, wurden aber manchmal sehr politisch, was die Zuschauer so offensichtlich nicht erwartet hatten. Sie räumten auf mit Klischees, zeigten zeremonielle Tänze, bei denen sich jeder Ethnologe gefreut hätte, weil selbst auf der Navaho Reservation solche Tänze wahrscheinlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit getanzt werden, nur für die Zuschauer waren sie vermutlich zu wenig „Show“ und zu wenig „bunt“. Jones Benally erzählte uralte Mythologien der Navaho und erklärte dem staunenden Publikum, dass er zuhause eigentlich ein „Medicine Man“ sei.

Zwischen den Auftritten setzte sich Kerstin dann mit den Künstlern zusammen und stellte das Programm für die lange Märchennacht zusammen, die dieses Jahr von unserem Geburtstagskind Karl May höchstpersönlich moderiert wurde. Es war gar nicht so leicht, all die Künstler unter einem Hut zu bringen! Außerdem fehlte der Höhepunkt, weil der geplante Hoop-Dance nicht stattfinden konnte, da das Gepäck der Benally Family noch nicht eingetroffen war. Kerstin überredete dann die Benally Geschwister, sonst auch unter dem Namen „Blackfire“ bekannt, etwas aus ihrem neuen Album zu spielen. „Eine Akustik-Version“ eben. Jeneeda und Clayton gefiel die Idee und so wurde fieberhaft nach einer Bassgitarre gesucht, damit die Show am Abend steigen konnte. Das Schlagzeug wurde von Clayton an der indianischen Trommel mit Rasseln improvisiert. Klasse! Zum Schluss forderte Kerstin alle Zuschauer zum obligatorischen Round Dance auf, der von Clayton in labyrinthartigen Schlangenlinien professionell angeführt wurde. Es war ein Riesenspaß und Veranstalter und Kerstin waren zum Schluss überglücklich über die tolle Veranstaltung.

Viel zu schnell kam bereits der Sonntag und damit der letzte Tag der Karl-May Festspiele. Alte Bekannte besuchten uns am Stand und Kerstin gab fleißig Autogramme zwischen ihren Shows. Höhepunkt waren an diesem Tag der Hoop Dance und der Adlertanz von Clayton Benally. Außerdem tanzten die zwei kleinen Töchter von Jeneeda (2 Jahre und 5 Jahre!). Es war einfach zu niedlich! Es prasselte ein ziemliches Blitzlichtgewitter auf die beiden Mädchen nieder, das die beiden aber mit gelassener Ruhe ertrugen.

Beim Stand vom TraumFänger Verlag war man inzwischen dazu übergangen, Adressen zu notieren, weil die meisten Bücher ausverkauft waren und den enttäuschten Kunden nach den Festspielen zugeschickt werden mussten. Aber lieber so, als dass man kistenweise wieder Bücher einpacken muss. Der Renner waren tatsächlich die Taschenbücher von Kerstin Groeper – der Nachdruck also von „Kranichfrau“ und „Die Feder folgt dem Wind“. Aber auch die Krimis von Uli Wissmann und Brita Rose-Billert waren hochbegehrt.

Nebenbei hatten wir in diesem Jahr die Möglichkeit, Radebeul auch kulinarisch zu testen. Wir fanden einige sehr gute Feinschmeckerrestaurants, die wir beim nächsten Mal sicherlich wieder aufsuchen werden. (Wen das interessiert, muss mal bei Trip-Advisor googeln).

 

Unser Dank gilt Helmut Raeder und Alexander Lange vom Kulturamt. René Wagner und André Köhler vom Karl May Museum. Phillip und Bastian für die Unterstützung während der Festpiele. Anja Beck für die Betreuung unseres Standes, wenn wir mal „für kleine Mädchen“ waren, und Vossi für zuverlässige Technik. Bis zum nächsten Jahr!

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gut besuchte Lesung

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Kerstin und Wolfgang vor "Deep Spirit" in MeiĂźen

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Gruppenbild mit Dame

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Kerstin moderiert die Benally Family

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