Lesung: Frauenkulturtage Halle

Am 31. Oktober war ich eingeladen, mein Buch „Kranichfrau“ in der Weiberwirtschaft in Halle vorzustellen. Ich übernachtete bei meiner Gastgeberin Elke Prinz, in einem original „DDR Plattenbau“- und staunte über die gut 6000 Bücher, die sich dort gut sortiert stapelten. Am Morgen brachen wir bereits zeitig auf, denn die Lesung sollte während einem „Brunch“ stattfinden.

Um 11 Uhr begann ich pünktlich mit der Lesung- vor einem sehr interessierten Kreis! Ich begann mit dem zweiten Kapitel, um den Zuhörern einen leichteren Einstieg in die Materie zu geben. Eigentlich wird hier der zweite Held des Romans- Nata-He-Yukan, ein reichlich arroganter Krieger der Lakota vorgestellt, der etwa 50% des Romans ausmacht. Dann wechselte ich zu Kranichfrau- eine Kriegerin der Blackfeet, die um ihren getöteten Bruder trauert. Betroffenheit breitete sich aus und sofort entbrannte eine Diskussion um die Situation der indianischen Frau. Ich hoffe, dass es mit gelungen ist, hier einige Vorurteile und Klischees auszuräumen.

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Besonders interessant war meine Begegnung mit Nelson, einem Indianer vom Volk der Mapuche aus Chile. Während ich immer wieder betonte, dass manche Verhaltensweisen und kulturelle Unterschiede, die ich beschreibe, für die Stämme gelten, die ich kenne (z.B. Lakota, Blackfeet, Kiowa, Cheyenne, Delaware, Menominee, Cree…), stellte Nelson klar, dass es viele dieser Verhaltensregeln auch in Südamerika gäbe. Das war wirklich interessant. Es war das erste Mal, dass ein „Indianer“, der übrigens hervorragend deutsch spricht, bei meiner Lesung war, sicherlich mit dem Hintergedanken (hat er zugegeben), was so eine „Deutsche“ über Indianer schreibt…aber er war zum Schluss so angetan, dass er unbedingt ein Buch haben wollte. Für mich war das ein tolles Lob. Wir saßen bis um 4 Uhr zusammen (das war einfach Klasse!) doch dann musste ich weiter, weil ich am nächsten Tag eine Lesung in Coburg hatte! Vielen Dank an die Weiberwirtschaft und an Elke Prinz, die mich eingeladen hatte.

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