Karl May Festtage 2011

Zum dritten Mal hatte Kerstin die Freude und Ehre im Rahmen der Karl May Festtage als Moderatorin für das indianische Powwow eingeladen zu werden. Wir freuen uns jedes Jahr auf die Einladung nach Radebeul, gibt sie uns doch die Möglichkeit zum Gelingen dieser schönen Verunstaltung beizutragen, Kontakte mit „Native Amerikas“ zu haben bzw. indianische Freunde wiederzusehen. Zudem haben wir die Stadt Radebeul und die freundlichen Menschen der Region ins Herz geschlossen.

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Kerstin erzählt beim Country Frühschoppen im Karl May Museum eine Geschichte der Lakota in Zeichensprache

 

Am Donnerstag waren wir wie jedes Jahr Gast beim „Country Frühschoppen“ im Karl May Museum. Diese Veranstaltung mit Lesungen aus den Büchern unseres Verlages bietet immer eine schöne Gelegenheit mit Lesern unserer Bücher in persönlichen Kontakt zu kommen. Mittlerweile gibt es eine ganze Gruppe von Freunden, die zum Frühschoppen kommen, um sich die Bücher von Kerstin signieren zu lassen und mit uns über die Bücher und deren historischen Hintergrund zu sprechen. Letztes Jahr hatten wir hier den ersten Kontakt mit Britta Rose-Billert, die sich als Autorin für unseren Verlag bewarb. Ihr Romanmanuskript „Maggi Yellow Cloud – eine Ärztin auf Pine Ridge“ ein Krimi um eine Lakota Ärztin in der heutigen Zeit gefiel uns so gut, dass wir ihn als Buch im Herbst diesen Jahres veröffentlichen werden. Beeindruckt hat uns bei dem Buch nicht nur die sehr spannende Handlung, sondern auch die authentische Schilderung der Situation auf der Pine Ridge Reservation und ihr Einfühlungsvermögen in die Lakota Denkweise und Kultur.
In diesem Jahr las Kerstin aus dem Tatsachenroman von Karl H. Schlesier „Ulzanas Krieg“ und aus ihrem neusten Kinderbuch „Geflecktes Pferdemädchen“ vor. Auf Wunsch von den Kindern folgte auch noch ein Kapitel aus dem Buch „Blitz im Winter“ und zur großen Begeisterung erzählte sie noch eine Legende der Lakota unterlegt mit indianischer Zeichensprache.

Am Freitag hatten wir die Gelegenheit unsern Lieblingsstadtteil Alt-Kötschenbroda zu besuchen und bummeln zu gehen, dabei entdeckte Kerstin ein Geschäft mit Kleidern einer ansässigen Designerin „Fine Reif“, von denen sie schlichtweg begeistert war, was sich anschließend auf unserem Konto deutlich bemerkbar machte. Nachdem das Wetter dieses Jahr sehr schön war, genossen wir es, in Alt Kötschenbroda vor der Alten Apotheke unter den Bäumen zu sitzen und zu essen.
Am Freitagnachmittag traf dann unsere Tochter Miriam mit Wade Fernandez und seinen Kindern Blaize und Cedar ein. Nachdem ihm das letzte Jahr seine Kinder Wade jr. und Quintin nach Deutschland begleiten durften, waren dieses Jahr Blaize und Cedar dran. Wade war schon ein paar Tage zuvor bei uns angekommen und Miriam hatte die Möglichkeit genutzt, ihm und seinen Kindern etwas von Bayern zu zeigen. Am Abend trafen wir auch noch die „Red Feather Dance Company“, die am Hohen Stein auftreten sollte. Die Gruppe besteht aus Lowery Begay, Navaho, Nikki Crisp und Shen Keck von der Eastern Band of the Cherokee Nation und den Brüdern Lewis und Gentry St. Cyr, Winnebago-Lakota. Leider konnte der Chef der Gruppe Petur Redbird eine Seminole, dessen Vater übrigens aus Deutschland stammt nicht kommen, was alle sehr bedauerten.

Am Freitag traf auch unser Freund Robert Götzenberger mit Jim Rementer, den Direktor des Delaware Sprachprogrammes, und Michael und Ella Pace ein. Michael Pace war viele Jahre Vize-Stammespräsident der Delaware Nation of Oklahoma. Er gilt als einer der führenden politischen Vertreter der Delawaren und ist als bekannter Storyteller häufig auf Powwows eingeladen. Die Bekanntschaft mit Jim Rementer besteht seit vielen Jahren, und begann, als Kerstin wegen eines bis heute noch nicht veröffentlichten Romans über Robert Götzenberger mit Jim Kontakt aufnahm, um authentische Informationen über die Delawaren zu erhalten. Es wurde ein wunderschöner Abend, bei dem Michael, Jim und Wade viele, oft sehr humorvolle Geschichten zum Besten gaben.
Am Ende des Abends erwartete Kerstin dann ein unerwartetes und sehr ehrenvolles Geschenk. Michael und Ella überreichten Kerstin die Stammesjacke der Delaware Nation, mit der Bitte sie zu Ehren des Stammes beim Powwow zu tragen. Robert wurde die Ehre zuteil, die für Männer bestimmte Weste des Stammes überreicht zu bekommen. Wir alle, besonders aber Kerstin und Robert, waren ob diesen seltenen und ehrenvollen Geschenk tief gerührt.

Am Samstag waren wir bei strahlendem Sonnenschein schon früh am Hohen Stein, damit Kerstin sich mit Helmut Raeder, Wade Fernandez, Michael und Ella Pace und der „Red Feather Dance Company“ das Programm abstimmen konnte. Das Programm machte allen Beteiligten sehr viel Spaß. Zunächst erzählte Michael traditionelle Mythen der Delawaren, dann trat Wade auf und verzauberte mit seiner Flöte und Gitarre das Publikum, schließlich zeigten die Mitglieder der „Red Feather Dance Company“ moderne Powwow Tänze. Gentry begann mit einem Grass Dance, dann folgte Lewis mit Chicken Dance. Nikki zeigte einen Womans Traditional und Shea einen Jingle Dress Tanz. Der Höhepunkt der Tanzvorstellung war dann Lowery mit seinem Hoop Dance. Alle dargebotenen Tänze waren auf höchstem Niveau und zeigten den Reichtum und die Schönheit des modernen Powwows. Wades Tochter Cedar hatte sich in die Tanzgruppe „geschmuggelt“ und zeigte ihren „Fancy Shawl Dance“, mit dem sie die Herzen des ganzen Publikums im Sturm eroberte. Jede Vorstellung wurde mit einer Erklärung über die Herkunft und Bedeutung des Tanzes eingeleitet, die Kerstin übersetzte. Diese Erklärungen waren für die Zuschauer sehr interessant, zumal sie den Übergang der traditionellen Tänze und deren Bedeutung in die neue Powwow Kultur vermittelten.

Während Lowery Deutschland aus seiner Militärzeit kannte, besuchten Gentry und Nikki zum ersten Mal Deutschland und waren über die vielen „deutschen Indianer“ erstaunt. Natürlich wollten sie mehr darüber und die Karl May Festtage wissen und verstehen. Dies führte zu sehr interessanten Gesprächen mit Beiden. Nachdem wir über das Gelände gebummelt waren und sie nach den Auftritten regelmäßig Gesprächen mit „deutschen Indianern“ hatten, erklärten sie mir, dass sie den Einruck bekommen haben, dass die Deutschen sehr respektvoll mit ihrer Kultur umgingen und auch viel über die Geschichte und den Genozid an ihrem Volk wüssten. Besonders beeindruck waren beide von der Qualität der „German Bead work“. Alle indianischen Gäste waren sehr beeindruckt, wie höfliche und zuvorkommend sie hier behandelt wurden und wie viele konkrete und interessierte Fragen sie gestellt bekamen. „Die Red Feather Dance Comany“ sieht sich als Botschafter indianischer Kultur und hatte den Eindruck, dass ihre Kultur in Deutschland auf großes Interesse stieß. Michael Pace hatte den gleichen positiven Eindruck und auch Wade gefiel es sehr gut, zumal er bei seinen Auftritten am Hohen Stein die Gelegenheit hatte, die Geschichte seiner Lieder darzustellen und die Kultur und Geschichte der Menominee zu präsentieren.

Ein besonderes Erlebnis war die Veranstaltung am Abend. Zum Abschluss spielte Wade in Absprache mit der „Red Feather Dance Company“ zum Roundance sein „Two Step Girl“ ein ziemlich rockiges Musikstück. Er zeigte, dass man auch zu E-Gitarre und Rockklängen traditionelle Tänze aufführen kann. Dies war allen indianischen Mitwirkenden wichtig, denn damit wurde die heutige indianische Kultur dargestellt, die von Rock, Blues, und Folke beeinflusst ist. Vermisst haben wir dieses Jahr nur unsere beiden deutschen Kentucky Waldläufer. Leider gingen die schönen Tage in Radebeul viel zu schnell vorbei und am Montag waren Wade, seine Kinder und wir wieder in Hohenthann. Diese Ruhe dauerte aber nur kurz, denn dann begann die Konzerttournee von Wade.

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Jim Rementer, Michael und Ella Pace zusammen mit Bruno Schmäling

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Delaware Story Teller

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GroĂźes Interesse der Besucher am Hohen Stein

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Ella und Kerstin helfen Cedar bei der Vorbereitung zum Fancy Shawl Dance

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Lewis St. Cyr

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Cedar beim Fancy Shawl Dance

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Shea Keck beim Jingle Dress Dance

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Louis und Gentry St Cyr

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