Besuch von indianischen Freunden im Juli 2009

Als wir erfuhren, dass die Montessori Schule in Niederseeon ein Sommerfest zum Thema „Indianer" planten, boten wir an, indianische Freunde dazu einzuladen.Wade Fernandez, ein begnadeter Musiker und Gewinner des „Native American Music Awards" vom Stamme der Menominee hatte bereits vor Monaten zugesagt, im Rahmen seiner Deutschlandtournee ein Konzert anlĂ€sslich des Sommerfestes zu geben.

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Am Mittwoch traf aber zuerst John Blackbird, Filmregisseur und Poet vom Stamme der Cree bei uns ein. Wir hatten John beim Powwow in Radebeul kennen gelernt, wo er uns seinen Film „Powwow" geschenkt hatte. Sein Film begeisterte uns so sehr, dass wir ihn baten, diesen im Sommerfest vorzustellen. Am Samstagabend veranstalteten wir dann ein Grillfest mit Freunden zu dem auch Wade pĂŒnktlich erschien und ein Privatkonzert gab, das uns alle verzauberte. John zeigte seinen Film und erzĂ€hlte viel ĂŒber die HintergrĂŒnde und der Kultur des Powwow. Dies gab uns einen neuen tiefen Einblick in das moderne Powwows.

Am nĂ€chsten Morgen trafen dann Joe Hobay, Maler und kultureller Botschafter der Kiowa mit Carmen Kwasny, der Chairwoman der „Native American Association of Germany" bei uns ein. Der Auftritt unserer Freunde beim Sommerfest war ein sehr schöner Erfolg. Joe erzĂ€hlte ĂŒber die Geschichte und Mythologie der Kiowa und faszinierte die Besucher mit traditionellen TĂ€nzen. John zeigte seinen Film und stand den GĂ€sten fĂŒr Fragen zu seinem Film, zur Situation der Indianer in Kanada und ĂŒber den Stamm der Cree zur VerfĂŒgung. Am Abend gab Wade ein Open Air Konzert und brachte die Zuhörer mit seiner Stimme, seiner Flöte und seiner Gitarre zum TrĂ€umen. Kerstin und ich hatten eine Dokumentation „Genozid and den Indianern Nordamerikas" erstellt, die vielen Besuchenr ein anderes Bild als das der „John Wayne Western" bot. Und genau darum ging es uns dabei: Die Darstellung der Geschichte und Kultur der Indianer abseits von Klischees, Pseudo Schamanismus oder rassistischer Vorurteilen von den „kriegerischen Wilden". Die Besucher konnten sowohl einen kleinen Eindruck vom Reichtum dieser fast vernichteten Kultur erhalten, als sich auch ĂŒber die Situation der Indianer heute informieren.

FĂŒr uns war der Besuch ein wunderschönes Erlebnis. Wir grillten im Garten, John buk „Indian Fry Bread", wir sprachen ĂŒber seine Filmprojekte und hörten Gedichte von ihm. Wir saßen bis tief in die Nacht zusammen und lauschten den Geschichten von Joe, der uns auf seine faszinierende Weise in die Welt der Kiowa entfĂŒhrte. Wade erzĂ€hlte von seinem Stamm und griff immer wieder spontan zu seiner Gitarre. Wie immer begeisterte uns der indianische Humor, seit langem hatten wir nicht mehr so viel gelacht.
Zwei Wochen spÀter erhielten wir eine Mail von Wade: "Bruno and Kerstin, when it comes to your support, work, and representation of the indigenous people of what is now called North America, I have faith that you will always act with the best intentions, an open heart, and with research that has been approved by the people you are representing."
Eine schönere Anerkennung können wir uns nicht vorstellen. Bruno

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