Besuch von Ernie La Pointe im M├Ąrz 2011

Am Freitag den 11. M├Ąrz war Kerstin auf dem Weg nach Stuttgart, um den Urenkel von Sitting Bull, Ernie La Pointe, und seine Frau Sonja vom Flughafen abzuholen. Angeregt durch einen unserer treuesten Leser, Herrn Detlef Knappe, hatten wir uns im Mai 2010 mit Ernie La Pointe und seinen amerikanischen Verlag in Verbindung gesetzt, um die deutschen Rechte f├╝r sein Buch ÔÇ×Sitting Bull his Life and LegacyÔÇť zu erhalten. Im Juni 2010 war dann Kerstin zu Gast bei Ernie und Sonja und war von deren Gastfreundschaft begeistert. Nun war es an uns, diese Gastfreundschaft zu erwidern.

Die erste Station von der Vortragsreise mit Buchvorstellung von Ernie war das Lindenmuseum in Stuttgart. Hier wurden Ernie, Sonja und Kerstin sehr herzlich von Frau Dr. Schierle begr├╝├čt, die diese Veranstaltung mit viel Engagement bestens vorbereitet hatte. Am Abend dr├Ąngten sich ├╝ber 300 G├Ąste in dem Vortragsraum, der damit restlos ausverkauft war. Die Pr├Ąsentation von Ernie zeigte seine eigene gro├če Pers├Ânlichkeit und f├╝r jeden Besucher stand die Pers├Ânlichkeit seines ber├╝hmten Urgro├čvaters fast f├╝hlbar im Raum.
Am n├Ąchsten Tag waren Ernie, Sonja und Kerstin in der Zehntscheuner in Balingen. Dort fand zur selben Zeit die Ausstellung ÔÇ×Bisonj├ĄgerÔÇť statt. Hier warteten etwa 350 G├Ąste auf Ernie und waren ebenso von seinem Vortrag begeistert wie in Stuttgart. Kerstin ├╝bersetze f├╝r Ernie seinen Vortrag und seine Antworten der Fragen vom Englischen ins Deutsche. Wie in Stuttgart wurde Ernie am Ende der Veranstaltung regelrecht belagert und durfte endlos B├╝cher signieren, was er mit Freuden tat. Schon hier wurde Kerstin klar, dass wir bald eine zweite Auflage des Buches in Auftrag geben m├╝ssten. Bennie Auer hatte ├╝ber uns bei Ernie anfragen lassen, ob er ihn mit einem Tanz begr├╝├čen d├╝rfte und Ernie stimmte gerne zu und freute sich ├╝ber diese besondere Art der Begr├╝├čung.
Am Sonntagabend kamen Ernie, Sonja und Kerstin m├╝de aber sehr zufrieden bei uns an und ich hatte die Gelegenheit, Ernie endlich pers├Ânlich kennen lernen zu d├╝rfen. Ernie ist ein sehr beeindruckender Mensch mit einer gro├čen pers├Ânlichen Ausstrahlung und Charisma, dabei sehr bescheiden und freundlich. Auf dem Plan stand am n├Ąchsten Tag ein Besuch in der Montessoris Schule in Niederseeon, wo Ernie viele Fragen der Sch├╝ler beantwortete und damit etliche Stereotypen und falschen Vorstellungen ├╝ber ÔÇ×die IndianerÔÇť gerade r├╝cken konnte.
Am Nachmittag und am Abend hatten wir Ernie und Sonja auch einmal nur f├╝r uns. Kerstin hatte Renate, mit der sie Ernie und Sonja in den USA besucht hatte, eingeladen und es wurde ein sch├Âner, langer und vor allem auch sehr lustiger Abend. Ernie verf├╝gt ├╝ber einen schier unersch├Âpflichen Humor und erz├Ąhlte manche lustige Geschichte. Das Essen bestand aus einem Lakota-bayerischen Gericht: Bisonbraten und als Nachspeise Dampfnudeln.
W├Ąhrend sich Kerstin auf den Weg nach Leipzig zur Buchmesse machte, begleitete ich Ernie und Sonja zum lokalen Fernsehsender, die um ein Interview mit Ernie gebeten hatten. Am Abend waren wir im ÔÇ×Eine-Welt-HausÔÇť in M├╝nchen, das uns schon bei anderen Veranstaltungen freundlich unterst├╝tzt hatte.
Vor dem Besuch von Ernie hatten wir in Rosenheim bei Buchhandlugen angefragt, ob Interesse an einer Lesung von Ernie La Pointe bestehen w├╝rde. Die Buchhandlung Frohne war sofort begeistert. Am Abend dr├Ąngten sich ├╝ber 70 Personen in der Buchhandlung. Was f├╝r eine Stunde geplant war, dauerte ├╝ber 2 ┬Ż Stunden, fr├╝her wollten ihn die begeisterten Zuh├Ârer nicht gehen lassen. Erst gegen 22,00 Uhr erreichten wir ein Restaurant, um Abend zu essen. Ernie und ich sprachen viel ├╝ber weitere gemeinsame Projekte und fortan nannte er uns dann ÔÇ×Two Great MindsÔÇť. F├╝r mich war die Zeit mit Ernie einer der beeindruckendsten Begegnungen, die ich je hatte. Ernie ist eine faszinierende Pers├Ânlichkeit, er sieht seinem ber├╝hmten Urgro├čvater sehr ├Ąhnlich und wenn er spricht, kann man die faszinierende Pers├Ânlichkeit von Sitting Bull erahnen. Kerstin und ich haben in der Zeit mit Ernie viel ├╝ber Sitting Bull und die Lakota dazugelernt und wussten, wie wichtig es war, dieses Buch in Deutschland zu ver├Âffentlichen, um endlich die wahre Geschichte von Sitting Bull darzustellen. Die Gespr├Ąche mit Ernie zeigten uns wieder einmal, wie unzuverl├Ąssig und von Vorurteilen und Geschichtsklitterung behaftet die Arbeiten wei├čer Historiker und auch mancher konservativer Ethnologen sind.
Als wir erfahren hatten, dass Ernie nach Deutschland kommen w├╝rde, hatten wir uns als erstes mit unsern Freunden im Karl May Museum in Verbindung gesetzt. Rene Wagner und Andre K├Âhler waren sofort Feuer und Flamme, dass Ernie einen Vortrag im Karl May Museum halten w├╝rde. Sehr schnell wurde klar, dass die R├Ąumlichkeiten im Museum nicht ausreichen w├╝rden und man mietete den Kongresssaal des Radisson Blue Hotels. Die Besucheranzahl in Radebeul ├╝bertraf alle Erwartungen, der Kongresssaal war brechend voll. Wie immer beeindruckten die ÔÇ×RadebeulerÔÇť mit ihrer Herzlichkeit und ihrem gro├čen Interesse an dem Schicksal der Indianer. Ernie war ├╝ber das Interesse an seinem Urgro├čvater in Deutschland tief ger├╝hrt und auch Sonja freute sich sehr dar├╝ber, schlie├člich stammt sie aus Deutschland. Am n├Ąchsten Tag gab es ein kleines Highlight f├╝r die La Pointes, denn J├Ârg Dierke von der Bisonfarm in Grimma und Veranstalter des dortigen Powwow lud die La Pointes zu einem Besuch seiner B├╝ffel und zu einem Vortrag ein. Ernie war begeistert, dass die B├╝ffel ÔÇ×handzahmÔÇť auf Zuruf reagierten und sich sogar streicheln lie├čen.
Die n├Ąchsten Tage war Ernie Gast auf unserem Messestand und auch hier war das Interesse au├čerordentlich gro├č. Selbst ARD und ZDF interessierten sich f├╝r ihn und sein Buch und ein Bericht in der ARD bezeichnete seinen Besuch als einen der H├Âhepunkte der Messe.
Als Ernie und Sonja am Montag schlie├člich ihr Flugzeug zur├╝ck in die USA bestiegen, fiel uns der Abschied sehr schwer. ÔÇ×Wenn ich dich bei den Recherchen an deinen B├╝chern irgendwie unterst├╝tzen kann, dann ruf mich an, ich tue es sehr, sehr gerneÔÇť, gab er noch Kerstin mit auf den Weg. Wie wir sp├Ąter erfuhren, lie├č es sich die Crew der Lufthansa nicht nehmen Ernie pers├Ânlich an Bord zu begr├╝├čen.
Wir danken allen, die uns bei der Tour von Ernie LaPointe so tatkr├Ąftig unterst├╝tzt haben: Frau Dr. Schierle vom Lindenmuseum Stuttgart, Herr Schimpf-Reinhard und den Mitarbeitern der Ausstellung Bisonj├Ąger in Balingen, der Montessorischule Niedeseeon, dem Eine-Welt-Haus in M├╝nchen, Frau Frohne von der Buchhandlung Frohne in Rosenheim, dem Fernsehsender RVO in Rosenheim, Rene Wagner und Andre K├Âhler vom Karl May Museum, J├Ârg Dierke, und last but very far vom least Sonja LaPointe.

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Bruno Schm├Ąling und Ernie LaPointe

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Ernie La Pointe im Karl May Museum

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Ernie La Pointe, Rene Wagner, Kerstin Groeper, Andre K├Âhler

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Ernie LaPointe Signierstunde

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Lindenmuseum 350 Besucher

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