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Donnergrollen im Land der grĂĽnen Wasser

Donnergrollen im Land der grĂĽnen Wasser

16,90 € inkl MwSt.

MaisblĂĽte, ein junges Mädchen der Choctaw-Indianer am Alabama-Fluss, wächst wohlbehĂĽtet im Dorf ihres Vaters auf. Ihr Häuptling Tuscalusa ist ein mächtiger Mann, der von den Nachbarvölkern gefĂĽrchtet wird. Gleichzeitig bereitet sich im hohen Norden der Schildkröteninsel ein junger Mann der Menominee namens Machwao auf seine erste groĂźe Handelsreise in den SĂĽden vor. Ihre beiden Leben nehmen eine dramatische Wendung, als Männer aus einem fernen Land mit seltsamen Helmen und auf bedrohlichen vierbeinigen Monstern mordend und brennend durch das Land ziehen. Die Spanier zerstören auf ihrer Suche nach Gold alles, was sich auf ihrem Weg befindet; doch die schlimmste Gefahr, die von ihnen ausgeht, ist unsichtbar: Krankheiten dezimieren die Urbevölkerung und zerstören dabei blĂĽhende Kulturen. Auch MaisblĂĽte gerät als Sklavin in die Fänge der spanischen Conquistadores, die auf ihrem Weg nach Norden auch bald fĂĽr Machwao zur Bedrohung werden.  Die Schicksale dieser beiden Menschen verknĂĽpfen sich auf abenteuerliche Weise.

Ein historischer Roman ĂĽber eine fast unbekannte Zeit:

Die Ankunft der Spanier um das Jahr 1540 in Nordamerika

Rezension im Magazin fĂĽr Amerikanistik

Rezension im Amerindian Research

Autor

Rezension im Magazin fĂĽr Amerikanistik (Ausgabe 1/ 1. Quartal 2018)

Donnergrollen im Land der grĂĽnen Wasser

Die frühe Kontaktperiode in Nordamerika, als im nordamerikanischen Osten die ersten Kolonisten an Land gingen und von Südamerika aus spanische „Entradas“ nordwärts zogen und mit Feuer, Kreuz und Schwert in indianische Siedlungsgebiete einfielen, gehört zu den eher vernachlässigten Themen im deutschen Indianerroamn. Dabei bietet diese Zeit von vor fast 500 Jahren nicht nur eine facettenreiche Geschichte, sondern mehr als ausreichend Stoff für fesselnde Erzählungen. Die „Bühne“ für große Romanhandlungen, für Emotionen, Dramatik, Triumph und Tragödie ist durch die Protagonisten jener Zeit, die von blutigen Eroberungen und Missionierungen geprägt war, gut bereitet.

Das Hauptinteresse vieler Menschen in Europa liegt heute eher auf der Besiedelung der westlichen Weiten Nordamerikas. Diese Periode gewann aber erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts an Dynamik, also relativ spät. Und sie dauerte nur wenige Jahrzehnte.

Merkwürdigerweise ist der Vormarsch der Spanier, die von Südamerika und Mexiko aus in den amerikanischen Südwesten einfielen und nordwärts bis in die Great Plains und darüber hinaus vordrangen, so gut wie vergessen.

Die kolonialen Eroberungen in den Gebieten der Großen Ebenen und Rocky Mountains, sowie auf dem Plateau und an der Pacific-Küste waren in ihren Abläufen schlimm genug. Was sich aber im 16. Jahrhundert unter Führung der spanischen Konquistadores und der sie begleitenden Missionare abspielte, war von so unglaublicher Brutalität, dass es selbst in den Tagen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit jeden Rahmen sprengte.

Dieser neue Roman Kerstin Groepers führt zurück in jene Zeit, die von christlich-abendländlichem Kulturimperialismus geprägt war, für den die eingeborenen Völker teuer bezahlen mussten.

„Maisblüte“, eine junge Choctaw-Indianerin am Alabama River, wächst im Dorf ihres Vaters auf. Zu dieser Zeit bereitet sich hoch im Norden ein junger Menominee namens Machwao auf seine erste große Handelsreise in den Süden vor. Das Leben der beiden jungen Indianer aus verschiedenen Kulturräumen nimmt eine dramatische Wendung, als spanische Konquistadores von Süden heraufziehen. Die Spanier zerstören auf ihrer Suche nach Gold alles, was sich auf ihrem Weg befindet.

Aber nicht nur Gier und Missionierungsdrang werden zur Todesgefahr für alle Völker, denen sie begegnen. Sie bringen Krankheiten mit, die den Indianern bis dahin unbekannt waren und gegen die sie sich nicht wehren können. Die Spanier brechen jeden Widerstand und verschleppen junge Männer und Frauen. Auch Maisblüte gerät zunächst in die Sklaverei und später in Gefangenschaft der Menominee. Ihr Leben verbindet die Handlungsstränge dieser umfangreichen, von historischen und kulturellen Elementen geprägten Geschichte miteinander.

Geschichte, und sei sie noch so intensiv und detailliert skizziert, bleibt oft steril. In einem gut recherchierten und geschriebenen Roman erwacht sie zum Leben. Dabei ist es immer das menschliche Schicksal, das Geschichte erlebbar macht. Das Schicksal Einzelner, mit dem der Leser sich identifizieren kann.

Das Drama eiens ganzen Volkes, einer ganzen Region mag noch so groß sein – es sind die Erfahrungen eines Einzelnen oder weniger Menschen, die direkt unter die Haut gehen. Der Leser erfährt Tragik, Leid und Freude weitaus intensiver.

Indem die Autorin die historischen Ereignisse auf ihre Protagonisten projeziert, wird all das, was sich vor Jahrhunderten abgespielt hat, gegenwärtig und greifbar.

Denkweisen, Mentalitäten, Weltsicht – das alles ändert sich über lange Zeiträume. Menschliche Emotionen bleiben ähnlich. Der Leser von heute kann Angst, Zweifel, Schmerz und Freude bildhaft nachempfinden. In Verbindung mit geschichtlichen Abläufen verlieren solche Vorgänge die wissenschaftliche Distanz.

Dieser Roman bietet ein starkes Stück Leben, die Reflektion einer Zeit, die scheinbar weit weg ist, der wir alle aber – wenn wir uns in der Welt umschauen, noch immer weitaus näher ist, als es uns lieb ist. Dieser Roman bietet daher mehr als nur gute Unterhaltung: Ein spannendes Leseabenteuer. Das Buch hält dem Leser auch einen Spiegel vor. Sehr empfehlenswert. (Dietmar Kuegler)

Rezension im Amerindian Research Band 12 /4 2017:

Kerstin Groeper entfĂĽhrt uns in ihrem neuen Roman wieder nach Nordamerika, diesmal jedoch in eine andere Region als sonst. Die Rahmenhandlung bildet der Entdeckungszug des Hernando de Soto, der von 1538 bis 1542 durch den SĂĽden der heutigen USA zog und auf der Suche nach dem Pazifik war – dem direkten Weg nach China. Die Geschichte beginnt mit der Konfrontation zwischen den Spaniern und den Tuscalusa im heutigen Alabama. Hier lernt der Leser die  Hauptheldin MaisblĂĽte kennen. Sie wird gefangen genommen und muss als Sklavin mit den Spaniern ziehen. Diese ziehen kreuz und quer durch das Land, ohne eine Ahnung, wo sie sich wirklich befinden. Ein zweiter Erzählstrang spielt bei den Menominee, die weit im Norden, im heutigen Wisconsin, zu Hause waren. Hier lernen wir den Haupthelden Machwao kennen. Geschickt versteht es Kerstin Groeper, die beiden Handlungsstränge nach und nach immer enger zusammen zu fĂĽhren. Dabei erzählt sie eine Geschichte voller Spannung, die auch die ganze Brutalität der spanischen Eroberer beschreibt. Wie bei ihren historischen Romanen ĂĽblich, hat die Autorin die Fakten sehr grĂĽndlich studiert und trotz der fiktiven Geschichte entsteht vor dem Leser ein authentisches Bild der indianischen Gesellschaften am Mississippi im 16. Jahrhundert. Der Inhalt der Geschichte soll hier nicht wiedergegeben werden. Es sei nur so viel gesagt, dass sich die LektĂĽre des Buches beim Leser einprägen wird. Es ist mit Sicherheit eines der besten BĂĽcher der Autorin. MK

Kerstin Groeper als Tochter des Schriftstellers Klaus Gröper in Berlin geboren, verbrachte einen Teil ihres Lebens in Kanada. In Kontakt mit nordamerikanischen Indianern entdeckte sie ihre Liebe zur indianischen Geschichte, Kultur und Sprache. Sie lernte Lakota, die Sprache der Teton-Sioux und ist aktives Mitglied einer Vereinigung, die sich der Unterstützung zum Fortbestehen der Sprache und Kultur der Teton-Sioux widmet und Mitarbeiterin beim Aufbau der Lakota Village Circle School auf der Pine Ridge Reservation in South Dakota. In Deutschland führt sie regelmäßig Referate und Seminare über die Sprache, Kultur und Spiritualität der Lakota-Indianer durch. Kerstin Groeper arbeitete als Autorin für Omni und Penthouse und schreibt heute Artikel zum Thema Indianer u.a. für das renommierte Magazin für Amerikanistik. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von München

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