Neu
Crazy Horse, das Leben und Vermächtnis eines Lakota-Kriegers

Crazy Horse, das Leben und Vermächtnis eines Lakota-Kriegers

22,50 ‚ā¨ inkl MwSt.

Der Mann, der Mythos und die Legende ‚Äď Eine neue Perspektive

 

Floyd Clown, Doug War Eagle und Don Red Thunder sind die Repr√§sentanten der Crazy Horse Familie. Mit der Hilfe von B. Matson enth√ľllen sie Famiengeschichten, die ein neues Licht auf das Leben und den Tod werfen, die das bisher bekannte Wissen √ľber den bekannten Krieger der Lakota ver√§ndern werden.

Es wird Zeit, dass diese reiche Quelle an m√ľndlicher √úberlieferung, erz√§hlt mit der Stimme der Native Americans, endlich geh√∂rt wird. 

Rezension im Amerindian Research

Rezension beim "Geisterspiegel" Online-Magazin

Rezension vom Amerindian Research (Band 12/2 2017 Nr 44

 

Eine Biografie des Lakota-Kriegerf√ľhrers Crazy Horse
verspricht eine spannende und informative Lekt√ľre.
Genau das liegt nun sowohl in englischer Originalfassung
als auch fast zeitgleich in deutscher √úbersetzung (von
Martin Krueger) vor.
Interessenten kennen zweifellos die eine oder andere
Crazy Horse-Biografie. Hier hat sich jedoch erstmals die
Edward Clown-Familie zu Wort gemeldet, die √ľber Iron
Cedar direkt mit dem ber√ľhmten Kriegsanf√ľhrer der
Lakota verwandt ist. Iron Cedar und der etwa 20 Jahre
ältere Crazy Horse hatten einen gemeinsamen Vater,
jedoch verschiedene M√ľtter. Iron Cedar heiratete sp√§ter
einen Mann, der ein Heyoka war und mit der Ansiedlung
in der Reservation den etwas verfälschenden Namen
"Clown" erhielt.
Dem Leser wird rasch deutlich, dass hier keine pseudo-
familiären Indianermärchen erzählt werden. Der Herausgeber
des vorliegenden Buches stand mit der Familie
Clown seit 2001 in Verbindung und ließ sich deren Familiengeschichte
erzählen, um sie in Buchform zu publizieren.
Die Lebensgeschichte des Crazy Horse wird eingebettet
in die Geschichte der Lakota erzählt und sowohl
die Informanten der Clown-Familie als auch der Herausgeber
William B. Matson zeigen sich diesbez√ľglich gut
informiert.
Die Vielzahl von direkten Bez√ľgen zum Leben und
zu den Taten des Crazy Horse ist erstaunlich. Insofern
unterscheidet sich diese Publikation durchaus von manch
anderer bisher erschienener Biografie. Der Leser erfährt
viele Einzelheiten, die in der Familie des Kriegshelden
zweifellos oft erzählt und an die Angehörigen der nächsten
Generationen weitgegeben wurden. Das muss nicht
verwundern, war Crazy Horse doch das prominenteste
Mitglied dieser Familie.
Der Leser erf√§hrt z. B. Einzelheiten √ľber das Verh√§ltnis
zu Black Buffalo Woman, einer verheirateten Frau,
Nichte des ber√ľhmten Red Cloud, mit der Crazy Horse
um 1866 eine kurze Affäre hatte. Völlig anders als die
"weißen Historiker", die sich nur auf dokumentarisches
Material st√ľtzen k√∂nnen, schildert die Familie auch die
Beziehung zu der jungen Cheyenne-Frau Nellie Larrabee.
Das sind nur zwei Beispiele.
Freilich: Es ist keine Autobiografie des Crazy Horse,
sondern die Wiedergabe von Familien√ľberlieferungen, in
die sich der eine oder andere Irrtum oder eine individuelle
Sichtweise eingeschlichen haben mag. Beispielsweise heißt
es, Red Cloud sei während des sogenannten Fetterman-
Kampfes (1866) nicht bei seinen Leuten, sondern zu
Handelszwecken bei Fort Laramie gewesen (S. 62, englische
Ausgabe). Dem steht entgegen, dass mindestens vier
Lakota, die persönlich an diesem Gefecht teilnahmen, in
späteren Interviews aussagten, Red Cloud sei gleichfalls
dabei gewesen (Monnet, 2017: S. 73; siehe nachfolgende
Rezension). Vielleicht spielt hier einfach die alte Abneigung
der Familien von Crazy Horse bzw. Red Cloud, die
insbesondere in den wenigen gemeinsamen Monaten in
der Reservation, als Crazy Horse noch lebte, die Beziehungen
zwischen den betreffenden Familien dominierte
und bis heute nicht vergessen ist, eine Rolle.
Die beiden Buchausgaben unterscheiden sich ‚Äď abgesehen
von sprachlichen Nuancen ‚Äď in einigen Einzelheiten.
So findet sich in der deutschen Fassung ein Vorwort
des Übersetzers, während im Original nur eine kurze
Einf√ľhrung von William B. Matson auf den Text einstimmt.
Der Familienstammbaum der Familie Crazy Horse /
Clown, in der deutschen Fassung vorn, in der englischen
ganz hinten angef√ľgt, wurde nicht √ľbersetzt, da es sich
um die Kopie eines notariellen Dokuments handelt. Hier
ist zu beachten, dass der Stammbaum auf den aufeinander
folgenden Seiten wechselweise von links nach rechts bzw.
umgekehrt gelesen werden muss. Aber das ist wohl dem
Original der Urkunde geschuldet.
Die dem englischen Text nur sehr kleingedruckt beigef√ľgten
Testamentsdokumente von Red Leggins, Stiefmutter
von Crazy Horse und direkte Vorfahrin der
Clown-Familie, wurden in der deutschen Fassung ausf√ľhrlich
ber√ľcksichtigt und √ľbersetzt. Das ist zweifellos ‚Äď
abgesehen von der bequemen Lesbarkeit ‚Äď ein Vorteil der
deutschen Ausgabe gegen√ľber dem Original.
Zahlreiche historische Fotos illustrieren diese detaillierte
Darstellung des Lebens von Crazy Horse. Einzig das
Fehlen eines Stichwortverzeichnisses kann man als negativ
anmerken, werden im Buch doch viele historische
Personen und Ereignisse erw√§hnt, so dass ein Index f√ľr
spätere Recherchen hilfreich wäre. Aber ob Index oder
nicht: Ein empfehlenswertes Buch! RO/MK

Wir freuen uns sehr √ľber diese sch√∂ne Rezension von Wolfgang Brandt vom "Geisterspiegel am 17.7.2017:

 

William Bill Matson

Crazy Horse, das Leben und Vermächtnis eines Lakota-Kriegers

Historie, Biografie, Hardcover, Traumf√§nger Verlag, Hohenthann-Sch√∂nau, M√§rz 2017, 360 Seiten, 22,50 Euro, ISBN: 9783941485525, aus dem Amerikanischen √ľbersetzt von Martin Krueger

Der Mann, der Mythos und die Legende ‚Äď Eine neue Perspektive

Floyd Clown, Doug War Eagle und Don Red Thunder sind die Repr√§sentanten der Crazy Horse-Familie. Mit der Hilfe von B. Matson enth√ľllen sie Familiengeschichten, die ein neues Licht auf das Leben und den Tod werfen, die das bisher bekannte Wissen √ľber den bekannten Krieger der Lakota ver√§ndern werden.

Es wird Zeit, dass diese reiche Quelle an m√ľndlicher √úberlieferung, erz√§hlt mit der Stimme der Native Americans, endlich geh√∂rt wird.

Die Edward Clown-Familie, die n√§chsten noch lebenden Verwandten des gro√üen Lakotah√§uptlings, pr√§sentieren mit Crazy Horse, das Leben und Verm√§chtnis eines Lakota-Kriegers sowohl die Familiengeschichte als auch Erinnerungen an ihren ber√ľhmten Gro√üvater. In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich die m√ľndlich √ľberlieferte Geschichte von dem, was in bisherigen und weithin akzeptierten Biografien √ľber Crazy Horse ver√∂ffentlicht worden ist. Die Familie kl√§rt die Ungenauigkeiten und teilt ihre Geschichte √ľber die Vergangenheit, auch das, was es f√ľr sie bedeutet, Lakota zu sein. Sie greift Aspekte ihrer Ahnenforschung auf, l√§sst uns am Leben von Crazy Horse teilhaben, an seine Motivationen, seinen Tod. Floyd Clown, Doug War Eagle und Don Red Thunder sagen in dieser Biografie auch, warum sie sich bisher ruhig verhielten, warum sie so lange ihr Wissen bisher f√ľr sich behalten haben und wie der Entschluss gefasst wurde, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, weil nur sie diese kennen.

Dieses Buch ist eine √ľberzeugende Erg√§nzung zu einer Reihe von Arbeiten √ľber Grazy Horse und die komplizierten, oft widerspr√ľchlichen Ereignisse jener Zeit in der amerikanischen Geschichte. Treffender als Floyd Clown in einem Interview kann man es nicht sagen: ¬ĽAlle 300 B√ľcher √ľber meinen Gro√üvater sind Fiktion. Alle Filme √ľber ihn sind Fiktion. Dank eines Gerichtsverfahrens k√∂nnen wir nun das √∂ffentlich sagen.¬ę

Autor William Matson hat ganze Arbeit geleistet. Crazy Horse, das Leben und Verm√§chtnis eines Lakota-Kriegers ist eine tiefgr√ľndige, pr√§zise recherchierte Familiengeschichte von Tashunke Witko. Der gro√üe Held aller Indianer hat zwar keine direkten Nachkommen, doch stammt die Edward Clown-Familie von seiner Halbschwester Iron Cedar ab. Zum ersten Mal in der Geschichte werden die m√ľndlichen √úberlieferungen von Iron Cedar der √Ėffentlichkeit pr√§sentiert. Auf der Grundlage vieler Dokumente taucht derLeser in Crazy Horses Kindheit, in das Familienleben ein. Er nimmt an Jagden und K√§mpfen wie zum Beispiel am Fetterman-Massaker, an den Schlachten am Rosebud Creek und Little Bighorn River teil. Er erf√§hrt geschichtstr√§chtige Details √ľber Crazy Horses Kapitulation und Ermordung. Aus Angst vor Vergeltung durch die Regierung unternahm die Familie gro√üe Anstrengungen, um anonym zu bleiben. Mit Ver√∂ffentlichung dieser hervorragenden Biografie ist ein Meilenstein gesetzt worden, denn die Zeit war mehr als reif, dass die Repr√§sentanten der Crazy Horse-Familie ihre Geschichte erz√§hlen. Ich kann denjenigen, die mehr √ľber den Lakotahelden wissen wollen, dieses Buch bestens empfehlen.

(wb)

Zur√ľck zur √úbersicht Titel

Das könnte Sie auch interessieren

Zur√ľck zur √úbersicht